Harry Bingham: Fiona - Den Toten verpflichtet

Kriminalroman

(Fiona Griffiths, Band 1)

 

Reinbek ; Rowohlt ; 2018 ; 480 Seiten ; ISBN: 978-3-499-29135-7

Fiona Griffiths wird nach ihrem Studium in Cambridge als junge Polizistin in Cardiff eingesetzt. Mehr oder weniger zufällig gerät sie in einen Fall, bei dem eine junge Frau tot in ihrer Wohnung gefunden wird. Das Dramatische an diesem Fall ist, dass auch April, die 6-jährige Tochter des Opfers, tot in der Wohnung liegt. Bei ihr ist es offensichtlich, dass sie ermordet wurde.

Fiona wird Teil der Sonderkommission, hat aber nebenbei auch noch einen Betrugsfall zu klären, was ihr jede Menge Aktenarbeit einbringt. Als eine weitere junge Frau ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, fängt Fiona an, auf eigene Faust zu ermitteln. Dafür ist sie bei ihren Vorgesetzten mittlerweile schon bekannt, denn es fällt ihr immer schwer im Team zu arbeiten. Sie entwickelt verschiedene Hypothesen, die alle zunächst an den Haaren herbeigezogen klingen, so dass es ihr nicht möglich ist, diese ihrem Vorgesetzten zu präsentieren.

Zeitgleich entwickelt sich mit einem ihrer Kollegen eine Liebschaft, die Fionas Gefühlswelt mehr und mehr ins Schwanken bringt. Die Bilder des ermordeten Mädchens lassen sie nicht mehr los und ihr wird langsam klar, dass dieser Fall vieles aus ihrem eigenen Leben aufwühlt. Furchtlos und unerschrocken macht sie sich auf den Weg, um der Wahrheit auf den Grund zu kommen.

 

Die Ermittlerin, die unter dem Cotard-Syndrom (eine seltene psychiatrische Erkrankung) leidet, erweist sich aufgrund ihrer Sensibilität als ganz besondere Spürnase.

Mit dem ersten Teil der Reihe um die Ermittlern Fiona Griffiths wird der Grundstein für eine Krimireihe gelegt. Es folgten Band 2 "Fiona - Das Leben und das Sterben" (2018) und bereits 2017 Band 3 "Fiona - Als ich tot war".

Fazit: ein toller Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Matthias Wagner

3/4 Sterne
3/4 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Harry Bingham: Fiona - Das Leben und das Sterben

Kriminalroman

(Fiona Griffiths, Band 2)

 

Reinbek ; Rowohlt ; 2018 ; 538 Seiten ; ISBN: 978-3-499-29137-1

Fiona Griffiths ist junge Polizistin bei der Polizei in Cardiff. Als sie zusammen mit einem Kollegen in einer Gefriertruhe die Überreste eines Menschen findet, wird schnell klar, dass es sich vermutlich um die seit Jahren vermisste Mary Langton handelt. Diese ist vor Jahren spurlos verschwunden.

Ein Großaufgebot der Polizei macht sich auf die Suche und schnell finden sich weitere Leichenteile. Doch plötzlich tauchen weitere Körperteile auf, die eindeutig nicht zu Mary gehören. Sie gehören einem gewissen Khalifi, der bei der Firma Barry Precision gearbeitet hat, die im Verdacht steht, Waffensysteme herzustellen. Die Ermittlungen werden immer weiter ausgeweitet. Dabei kommt heraus, dass Khalifi und Mary sich sehr gut kannten. Die Tötungsdelikte liegen aber 5 Jahre auseinander – gibt es da wirklich einen Zusammenhang?

Fiona geht derweil einer anderen Spur nach und macht Bekanntschaft mit zwei Profikillern, die ihr Handwerk beherrschen. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Sie ermittelt aber nicht nur offiziell, sondern auch in eigener Sache, denn sie ist immer noch auf der Suche nach ihren eigenen Wurzeln. Aber das ist nicht so einfach ...

Nach dem ersten Teil "Fiona - Den Toten verpflichtet" nimmt der zweite Teil der Geschichte um die Ermittlerin Fiona Griffiths bereits nach kurzer Zeit Fahrt auf. Neben den Ermittlungen der Polizei schafft es Harry Bingham geschickt, die Lebensgeschichte von Fiona bekannt zu machen. Nach und nach gehen dem Leser mehr und mehr die Augen auf. Bereits 2017 erschien Band 3 "Fiona - Als ich tot war".

Fazit: Rasanter Krimi mit einer psychisch labilen Ermittlerin.

 

Matthias Wagner

4 Sterne
4 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Max Annas: Finsterwalde

Roman

 

Reinbek ; Rowohlt ; 2018 ; 400 Seiten ; ISBN:  978-3-498-07401-2
 
In Finsterwalde, einer Provinzstadt in Brandenburg, werden nach einem Beschluss der neuen Regierung tausende schwarze Mitbürger kaserniert. Viele hatten den Zeitpunkt versäumt, das Land noch rechtzeitig zu verlassen - so auch Marie und ihre beiden Kinder.

 

Die Versorgung ist unregelmäßig, ab und zu werden Lebensmittel quasi wie bei einer Luftbrücke abgeworfen, die Grenzzäune sind streng bewacht, noch dazu wachen Drohnen über der Stadt und Strukturen sind so gut wie keine vorhanden. Jeder kämpft ums Überleben und ist sich selbst der Nächste.

Als ein Video auftaucht, das vermuten lässt in Berlin seien drei schwarze Kinder zurückgeblieben, beschließt Marie zusammen mit anderen einen Weg aus dem Lager zu finden, um die drei Kinder zu retten. Zeitgleich ist Theo mit seiner Familie in Berlin angekommen, nachdem er aus Griechenland weggezogen ist. Seine Frau ist Ärztin und sie versuchen im neuen Deutschland Fuß zu fassen. Er macht so einige Entdeckungen und beschließt dann, sich auf den Weg nach Finsterwalde zu machen.

Die Wege von Marie und Theo kreuzen sich und gemeinsam machen sie sich auf, die Kinder zu finden.
In einem Deutschland, in dem alle, die anders als die Mehrheit sind, gejagt werden, wird dies jedoch ein schwieriges Unterfangen.
 
Der Autor Max Annas ("Illegal") legt mit dem Roman "Finsterwalde" eine beklemmende Zukunftsvision vor. Aber ist es wirklich so abwegig, dass es so kommen könnte? Anhand der beiden Geschichten, die sich im Laufe des Buches mehr und mehr ineinander verweben zeigt er auf, wie sich Gesellschaft entwickelt, wenn keine Regeln mehr gelten. So schildert er eindrucksvoll den Überlebenskampf im Ghetto, wo es keine Strukturen gibt.
 
Fazit: Wäre eine gute Schullektüre, denn sie liefert sehr viel Diskussionsstoff.

 

Matthias Wagner

4 Sterne
4 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Sarah Haywood: Der Kaktus

Wie Miss Green zu küssen lernte

 

München ; Pendo ; 2018 ; 393 Seiten ; ISBN 978-3-86612-443-1  

 

Im Leben von Susan Green gibt es keine Überraschungen. Alles ist geplant, denn mit Unvorhergesehenem kann sie nicht gut umgehen. Auch emotional will Susan stets die Kontrolle haben. Mit Richard scheint sie einen Seelenverwandten gefunden zu haben, denn auch ihm genügt ein wöchentliches Treffen. Immer mittwochs treffen sich die beiden für Theaterbesuche und mehr.

Mit Mitte vierzig lebt Susan ein Leben, das für die meisten Menschen wohl eher der Albtraum wäre. Alles scheint in geregelten Bahnen zu laufen und zwar genau wie Susan es sich vorstellt – der Job bei der Versicherung, die Kakteensammlung, die eigene Wohnung.

Als dann aber Susans Mutter stirbt, gerät dieses Leben zunehmend aus den Fugen. Sie will partout nicht akzeptieren, was testamentarisch festgelegt wurde. Ihr chaotischer und nichtsnutziger Bruder Edward soll nämlich lebenslanges Wohnrecht im elterlichen Haus bekommen. Damit könnte das Haus nicht veräußert werden und Susan würde auch nichts von ihrem Erbe erhalten.

Da sie ihrer Mutter eine solch ungerechte und ungeheuerliche Regelung nicht zutraut, ist Susan fest davon überzeugt, dass Edward hinter der ganzen Sache steckt. Er muss die Mutter unter Druck gesetzt und sie damit zu der Entscheidung gedrängt haben. Um dagegen vorzugehen, holt sich Susan juristischen Rat.

Derweil stellt sie zu allem Überfluss auch noch fest, dass die wöchentlichen Treffen mit Richard nicht ohne Folgen geblieben sind. Eine Schwangerschaft ist das, was Susan jetzt am allerwenigsten brauchen kann. Um auch in dieser Lebenssituation die Kontrolle über ihr Leben zu behalten, trennt sie sich von Richard. Es ergeben sich noch einige andere Dinge, die Susans Leben durcheinanderbringen. Rob, ein Kumpel ihres Bruders, dem sie erst böse Absichten unterstellt, wird zum Retter in der Not.

Langsam beginnt Susan, die manchmal ihren Kakteen nicht unähnlich ist, ihre Stacheln abzulegen und sich anderen Menschen zu öffnen. Dabei stellt sie mit Erstaunen fest, dass das Leben sogar viel schöner sein kann, wenn man bestimmte Dinge einfach zulässt und wartet, bis sie auf einen zukommen.

Mit der Figur der Susan Green hat die Autorin Sarah Haywood in ihrem Debütroman eine äußerst sympathische Protagonistin geschaffen. Von Anfang an fühlt man sich ihr verbunden und muss über ihre Verschrobenheiten schmunzeln.

Fazit: eine sehr unterhaltsame Lektüre - dieses charmante Buch muss man einfach mögen.

 

Sonja Kraus

4 Sterne
4 von 5

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© 2018 Sonja Kraus, Harald Kloth

Bill Clinton/James Patterson: The President Is Missing

Roman

 

München ; Droemer Knaur ; 2018 ; 480 Seiten ; ISBN: 978-3-426-28197-0

Der amerikanische Präsident Jonathan Ducan ist politisch angeschlagen, denn ihm droht ein Amtsenthebungsverfahren.
Zusammen mit seinem Stab bereitet er sich akribisch auf die Befragung im Sonderausschuss vor. Seine Tochter Nelly hat ihm vor kurzem ein nur in Regierungskreisen bekanntes Codewort übermittelt, das ihr in Paris genannt wurde.

 

Der Präsident weiß, dass eine Person aus seinem Sicherheitskabinett die undichte Stelle in der Regierung ist, denn nur so konnte das Codewort überhaupt bekannt werden. Doch wer ist der Maulwurf? Der Präsident begibt sich, ohne den für ihn obligatorischen Personenschutz in die Öffentlichkeit, um sich mit den Leuten zu treffen, die ihm brisante Nachrichten mitzuteilen haben. Was verbirgt sich hinter dem Code Dark Ages?

Kurz nachdem er sich mit seinem Kontaktmann getroffen hat, überschlagen sich die Ereignisse. Nina, die er im Weißen Haus empfangen hat, wurde erschossen und ihr Freund Augie ist zusammen mit dem Präsidenten auf der Flucht. Augie und Nina haben ihr Wissen geteilt, weil sie glaubten dadurch sicherer leben zu können, da man beide braucht um einen gefährlichen Computervirus zu eliminieren. Wenn der Virus einmal ausgebrochen ist, wird er alle amerikanischen Computer lahmlegen.
Man hat die besten Computerfreaks Amerikas zusammen gebracht und versucht, den Niedergang Amerikas aufzuhalten.
Der Wettlauf mit der Zeit beginnt.

 

Der amerikanische Präsident ist derweil nicht im Weißen Haus (the President is missing) und so entstehen die verschiedensten Gerüchte, was mit ihm los sein könnte. Nachdem es seine verfassungsgemäße Aufgabe ist, versucht der Präsident mithilfe der politischen Freunde aus Israel und Deutschland sein Land zu beschützen.

Bill Clinton und James Patterson legen mit "The President Is Missing" einen tollen Politthriller vor. Sehr detailliert wird beschrieben, wie der amerikanische Politikbetrieb funktioniert. Dort stellt sich heutzutage immer mehr die Frage, wem man noch vertrauen kann. Zeitgleich bedroht ein Computervirus die amerikanische Welt. Wer den Thriller "Blackout" von Marc Elsberg gelesen hat, kann sich ungefähr vorstellen, wie die Welt nach einem Zusammenbruch der Versorgung mit Elektrizität funktioniert bzw. nicht mehr funktioniert.

Fazit: Toller Einblick in die Welt eines amerikanischen Präsidenten, geschrieben von einem ehemaligen Präsidenten.

 

Matthias Wagner

4/5 Sterne
4/5 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Regensburger Almanach 2017

Die Gegend musste eine Stadt herbei locken

Herausgegeben von Peter Morsbach

 

Regenstauf ; MZ-Buchverlag ; 2017 ; 248 Seiten ; ISBN 978-3-86646-359-2

„Fast monatlich erfahren wir von irgendeinem Ranking, in dem unsere Stadt irgendeinen Spitzenplatz belegt“, sagt Peter Morsbach in seinem Vorwort. Der Herausgeber des jüngsten Regensburger Almanachs stellt „Licht- und Schattenseiten einer reich gewordenen Stadt“ in den Fokus.

Aufgegriffen wird das Jahresthema 2017 zunächst von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer: als Herausforderung der Kommunalpolitik, innerhalb der als „Insel der Glückseligen“ bezeichneten Stadt das soziale Netz tragfähiger zu knüpfen. Jenseits des Rathauses informieren Autoren wie Michael Eibl von der Katholischen Jugendfürsorge („Kein Jugendlicher darf verlorengehen!“) über Angebote für bestimmte Teile der Stadtgesellschaft, etwa junge Bürger. Reinhard Kellner von den Regensburger Sozialen Initiativen erklärt unter dem Motto: „Teilhaben! Kultur für Einkommensarme“, dass Regensburger über den Verein Kultür eine Kino- oder Konzertkarte für andere mitkaufen können. – Informative und eher unbequeme Kapitel, die man vom Buchcover mit dem gefühlt hunderttausendsten Domfoto samt dem vielzitierten Goethe-Spruch „Die Gegend musste eine Stadt herbei locken“ niemals vermutet hätte.

Es wäre aber kein traditionsreicher Almananach, wie er im ursprünglich MZ-eigenen Buchverlag und nun als Imprint des Battenberg Gietl Verlags in Südostbayern erscheint, enthielte er kein wunderbares Porträt irgendeines Regensburger Originals. Diesmal aus der Feder des ehemaligen Woche- und MZ-Redakteurs Harald Raab über Ludwig Hofmaier, der in den Vierzigern in Saal an der Donau geboren wurde: Der sogenannte Handstand-Lucki, der 1967 von Regensburg nach Rom auf seinen Händen gelaufen und schon damals berühmt geworden war. Wiederbegegnen kann man ihm nun als Antiquitätensammler bei „Bares für Rares“, der Trödelmarkt-Sendung im ZDF. Lucki Hofmaier, auch wenn er längst aus der Donaustadt weggezogen ist, ist also ein gleich doppelt berühmtes, etwas schlitzohriges Regensburger Original. Raab versteht es seine Geschichte wunderbar zu erzählen und mit eigenen Fotos noch anschaulicher zu machen – ein Kapitel aus dem Regensburger Almanach 2017, das schon für sich alleingenommen das Aufschlagen des Sammelbandes lohnt.
Abgerundet wird er durch zwei Beiträge von überregional renommierten Autoren mit regionalem Bezug. Benno Hurt rezensiert das Buchdebüt von Sanja Schwarz und führt ein Interview mit der jungen Autorin, Petra Morsbach widmet ihre literarischen Überlegungen dem 2017 verstorbenen Atlantis-Buchhändler Fred Strohmaier. Und im Jahr des Aufstiegs in die zweite Bundesliga bekommt das auch Thema (Fussball-)Sport den Platz, der ihm in einem Querschnitt durch die Jahresereignisse gebührt.

Fazit: Querschnitt des vergangenen Jahres in Regensburg, der von nachdenklich machenden Sachinformationen über Kultur oder Sport bis humorvollen Porträts von Charakterköpfen reicht.


Gertraud Kellers

4/5 Sterne
4/5 von 5

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© 2018 Gertraud Kellers, Harald Kloth

Dora Heldt: Sommer. Jetzt!

Sonnige Geschichten

 

München ; dtv ; 2018 ; 192 Seiten ; ISBN 978-3-423-21728-6

 

Dieses kleine, sehr handliche Taschenbuch beinhaltet je fünf Kolumnen und Geschichten rund um das Thema Sommer.

Seesterne und Muscheln dekorieren dezent einzelne Innenseiten und verbreiten bereits beim Aufschlagen des Buches einen Hauch von Urlaubsflair.

Es sind keine aufregenden, spannungsgeladenen Erlebnisse, die uns Dora Held in dieser Anthologie präsentiert. Vielmehr greift sie ganz alltägliche Begebenheiten auf: Die über den Winter zu eng gewordene Sommerhose bekommt ebenso ihre Rolle wie beispielsweise der Schwimmkurs für einen verzweifelten Jungen.

Oder schwelgen sie mit der Autorin in den Kindheitserinnerungen an den jährlichen Ferienaufenthalt auf Sylt im Haus der Großmutter. Die unbeschwerten Stunden am Strand im Kreis der Großfamilie mit Essen, Spielen und Toben hinterlassen vielleicht auch einen Hauch Wehmut in ihnen.

Zwischen den vor sich hinplätschernden Erzählungen lockern die Kolumnen von Dora Held das Taschenbuch auf. Sie nehmen die Auswüchse menschlichen Verhaltens humorvoll mit einem Augenzwinkern aufs Korn und sind ein Kontrast zu den oft
etwas langatmigen Geschichten.

Fazit: Eine kleine, leichte, wenig anspruchsvolle Sommerlektüre zur Einstimmung auf den Urlaub. Einfach Sommer, Sonne und gute Laune tanken.

 

Elisabeth Gonsch

3 Sterne
3 von 5

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© 2018 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth

Greer Hendricks/Sarah Pekannen: The wife between us

Wer ist sie wirklich?

 

Reinbek ; Rowohlt ; 2018 ; 442 Seiten ; ISBN: 978-3-499-29117-3
 
Vanessa, heute eine Frau mittleren Alters, die frühere Ehefrau von Richard, ist psychisch am Ende und wohnt bei ihrer Tante. Sie lebt heute in New York, aber Ereignisse aus früherer Zeit, als sie in Florida lebte, holen Vanessa immer wieder ein. Vanessa ist vom Leben und von der Liebe gezeichnet. Sie setzt alles daran, die erneute Hochzeit von Richard zu verhindern. Getrieben von diesem Lebensziel vernachlässigt sie sogar ihre Arbeit, was zur Kündigung führt.

Aber wie verhindert man eine Hochzeit, wenn das Brautpaar total ineinander verliebt ist? Richard, ein erfolgreicher Finanzberater, trägt seine Angebetete auf Händen. Aber war das früher bei Vanessa nicht ähnlich?

Mit "'The Wife between Us" – Wer ist sie wirklich? legen die beiden Autorinnen einen interessanten Plot vor. Die Geschichte ist derart ineinander verwoben dass es schwer fällt, eine Inhaltsangabe zu schreiben, ohne zu viel Spannung vorwegzunehmen. Die einzelnen Charaktere werden klar und deutlich beschrieben. Als Leser fällt es schwer, den Überblick zu behalten, und es stellt sich die Frage: wer ist sie wirklich?

Fazit: Unterhaltsamer Psycho-Roman über Liebe und Enttäuschung.

 

Matthias Wagner

4 Sterne
4 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Guillaume Musso: Das Atelier in Paris

Roman

 

München ; Pendo ; 2018 ; 461 Seiten ; ISBN 978-3-86612-446-2

Der Autor Gaspard Coutances reist wie jedes Jahr kurz vor Weihnachten nach Paris um dort ein neues Stück zu schreiben. Seine Agentin hat ihm dieses Mal eine ganz besondere Unterkunft gebucht. Das ehemalige Atelier des Malers Sean Lorenz soll seine Kreativität beflügeln. Dumm nur, dass die Unterkunft durch einen Buchungsfehler doppelt vermietet wurde. Die Londoner Polizistin Madeline Greene will nach einer emotionalen Krise in Paris zur Ruhe kommen. Und nun ist da ein wildfremder Mann, der das Atelier ebenfalls für sich in Anspruch nimmt.
 
Nach dem ersten großen Ärger erfahren die beiden, an welchen besonderen Ort es sie verschlagen hat. Sie erhalten Einblick in das Leben des genialen Künstlers, der nach einem schweren Schicksalsschlag ein gebrochener Mann war. Nachdem man seinen kleinen Sohn umgebracht hat, zerstört Lorenz seine Bilder. Aber wo sind die drei Gemälde, die er vor seinem Tod noch gemalt haben soll?
 
Madeline und Gaspard beginnen nachzuforschen. Hängt alles mit den künstlerischen Anfängen von Sean Lorenz zusammen? Er gehörte zu einer Gruppe namens Artificers, die aus drei Personen bestand. Gönnten sie Lorenz den Erfolg nicht? Haben die beiden mit der Entführung und Ermordung von Julian Lorenz zu tun?
 
Für die beiden beginnt eine rasante Jagd nach der Wahrheit, die sie auch nach New York führt. Dabei werden Madeline und Gaspard immer wieder auch mit den eigenen Unzulänglichkeiten und Abgründen konfrontiert.
 
Guillaume Musso hat mit 'Das Atelier in Paris' eine spannende Geschichte konstruiert.  Beim Lesen hält man bei manchen Szenen fast den Atem an, weil es so spannend ist. Vor allem der Schluss lässt einen schließlich aber sprachlos zurück.
 
Fazit: ein perspektivreicher und sehr spannender Roman.

 

Sonja Kraus

4 Sterne
4 von 5

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© 2018 Sonja Kraus, Harald Kloth

Karen Winter: Was in heller Nacht geschah

Psychothriller

 

München ; Droemer ; 2018 ; 336 Seiten ; ISBN 3-426-30585-2

 

Nach ihrem erfolgreichen Debüt „Wenn du mich tötest“ führt Karen Winter die Leser ihres zweiten Psychothrillers „Was in heller Nacht geschah“ in die karge Landschaft der Lofoten.

 

Judith Wagner, eine Autorin aus Deutschland, kehrt auf die Lofoten zurück, weil dies der Schauplatz ihres letzten Romans war und die Geschichte sie nicht mehr loslässt. Vor Ort verwischen Realität und Fiktion für Judith, als sie scheinbar den Protagonisten ihres Romans begegnet und sich sogar ähnliche Situationen ergeben. So scheint sie bald den Verstand zu verlieren.

 

Ein weiterer Handlungsstrang erzählt von Rune Kristensen, einem Einheimischen, der nach vielen Jahren noch immer mit seiner Schuld an einem schweren Unglück hadert. Wie hängen Judiths Erlebnisse auf den Lofoten und ihr Roman mit Rune zusammen?

 

Karen Winter gelingt es ein überzeugendes Bild der rauen und einsamen Landschaft der Inselgruppe im Norden Norwegens zu zeichnen, so dass man als Leser das Gefühl hat selbst dorthin zu reisen. Insgesamt lässt sich der Schreibstil leicht lesen,  so dass dieses Buch eine schnelle und leichte Lektüre ist. Auch die Charaktere der Einheimischen wirken authentisch und hinter ihrer harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern. Die Hauptfigur Judith wirkt aufgrund ihrer wirren Gedankengänge und ihres Abdriftens in ihre Romanwelt aber zu wirr, als dass man sie als Leser tatsächlich greifen kann.

 

Viele Szenen werden leider zu detailliert und langatmig beschrieben, so dass viele Seiten zum Überfliegen einladen. Besonders der erste Teil des Buches zieht sich sehr in die Länge und es kommt kaum Spannung auf. Das Ende ist relativ bald vorhersehbar.

Fazit:  Im Vergleich zum vorherigen Psychothriller „Wenn du mich tötest“ von Karen Winter enttäuscht dieses Buch leider durch zu viele Längen und zu wenig Spannung.

 

Katrin Hildenbrand

3 Sterne
3 von 5

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© 2018 Katrin Hildenbrand, Harald Kloth

Nelson Mandela: Meine afrikanischen Lieblingsmärchen

 

München ; Deutscher Taschenbuch Verlag ; 2006 ; 189 Seiten ; ISBN 978-3-423-20924-3

 

Eine zauberhafte Märchenreise quer durch die Regionen Afrikas, die durch das erklärende Vorwort Nelson Mandelas eine persönliche Note erhält.

Jede der 30 Geschichten hat unter ihrer Überschrift eine kurze Anmerkung zur Thematik der nachfolgenden Erzählung, sowie zu deren Quelle. Die dazugehörende textorientierte und farbig gestaltete Illustration, dessen erschaffender Künstler ebenfalls namentlich genannt wird, rundet das Ganze informativ ab.

Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich diese Sammlung als gelungene Mischung aus kurzen Märchen und Fabeln von maximal zehnseitiger Länge. Geschichten voller List, Magie und Zauberei aus der Tierwelt sowie aus dem Leben der Bevölkerung des afrikanischen Kontinents erwarten den Leser. Dabei geben sie wichtige, lehrreiche Botschaften über Denken und Verhalten an uns weiter.

Diese Märchen eignen sich gut zum Vorlesen. Allerdings sollte das Alter des Kindes bei der Textauswahl unbedingt berücksichtigt und zeitlicher Raum für ein anschließendes Gespräch eingeplant werden. So wie wir es vom deutschen Märchen her kennen, ist auch im afrikanischen Geschichtenschatz oftmals eine Form von Gewalt mit im Spiel.

Ich kann mir jedoch sehr gut vorstellen, dass sich auch Erwachsene für dieses Buch begeistern können. Nelson Mandelas afrikanische Lieblingsmärchen sind ein Stück Kulturgut des schwarzen Kontinents.

Im Anhang des Märchenbuchs werden die einzelnen Autoren sowie Illustratoren namentlich aufgeführt und kurz vorgestellt. Besonders die Zuordnung der Märchen auf die einzelnen Regionen der abgebildeten afrikanischen Landkarte gefällt mir.

Die letzte Seite ist Nelson Mandela mit einem farbenprächtigen Foto und kurzem Lebenslauf gewidmet.

Fazit: Diese Lieblingsmärchen sind ein Kontrast zum deutschen Märchenschatz und absolut lesenswert.

 

Elisabeth Gonsch

5 Sterne
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© 2018 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth

Jess Jochimsen: Mama und Papa hatte ich nicht, ich musste Renate und Eberhard sagen

Das Dosenmilch-Trauma & andere Geschichten eines 68er-Kindes

 

München ; Deutscher Taschenbuch Verlag ; 2018 ; 240 Seiten ; ISBN 978-3-423-34931-4

 

Die Sammlung der schönsten Geschichten aus ‚Das Dosenmilchtrauma‘ und ‚Flaschendrehen‘ ist zum 50. Geburtstag der 1968er erschienen.

 

Fans von Jess Jochimsem dürften bereits beim Titel ahnen, auf was sie sich bei dieser Lektüre des 238seitigen Taschenbuch einstellen dürfen. Auf gewohnt satirisch-bissige Art gibt der Kabarettist seine Erlebnisse und Erfahrungen - beginnend bei der Geburt, über seine Kindheits- und Jugendzeit bis hin zum Erreichen des Erwachsenenalters - zum Besten.

 

Beim Lesen kommt einem unweigerlich die eine oder andere eigene Erinnerung wieder ins Gedächtnis zurück. Nicht nur Fünfzigjährige, auch jüngere Semester finden mit Sicherheit Parallelen und denken "Mensch, das stimmt, das war bei mir auch immer so" oder "Oh ja, das kenn´ ich".

 

Mit Jess darf der Leser das Trauma der Einschulung und die Erkenntnis "Hippiekleidung ist was ganz besonderes" miterleben. Und dann natürlich das Bonanzarad: DAS Kultrad schlechthin hat ebenso seinen Platz in der Geschichtensammlung bekommen wie die unvergessenen Kindergeburtstage mit Würstlschnappen, Schokolade schneiden und Topfschlagen.

 

St.Martin und Krippenspiel fehlen genausowenig wie Bärenmarke und Knaxheftchen. Weiter geht's mit seinen pubertären Erlebnissen - erfrischend ehrlich und humorvoll schreibt der Autor vom Glück und Leid des komplizierten Erwachsen werdens. Gelungen finde ich auch die Beschreibung des perfekten Cafes, das den Ansprüchen Heranwachsender entspricht.

 

Dies ist jedoch nur ein ganz geringer Teil der behandelten Themen.

 

Herr Jochimsem bedient sich seines ganz eigenen Schreibstils - nicht unbedingt vorbildlich für Schulaufsätze, doch nett zu lesen. Gerade durch die oft gewählte Umgangssprache gewinnt der Text an Esprit.

 

Fazit: Dieses Taschenbuch kann als Kabarettstück betrachtet werden, das dem humorvollen Leser viele unterhaltsame Stunden schenkt.

 

Elisabeth Gonsch

4/5 Sterne
4/5 von 5

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© 2018 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth

Katharina Herzog: Zwischen dir und mir das Meer

Roman

 

Reinbek ; Rowohlt ; 2018 ; 348 Seiten ; ISBN 978-3-499-27420-6

 

Krankenschwester Lena führt ein sehr beschauliches Leben auf der Insel Amrum. Ihre Arbeit im Hospiz ist zwar nicht immer einfach, aber da sie mit ihrem Vater und ihrer Oma in einem kleinen Häuschen zusammenlebt, findet sie dort Ablenkung.
Als der gutaussehende Italiener Matteo Forlani auf die Insel kommt und sich nach Lenas Mutter erkundigt, ist Lena verunsichert.

 

Weshalb interessiert sich dieser tolle Mann für Mariella? Lenas Mutter Mariella war gebürtige Italienerin. Durch einen tragischen Badeunfall ist sie vor zwanzig Jahren ums Leben gekommen. Nachdem Matteo vom Tod Mariellas erfährt, ist er schockiert und reist völlig überstürzt ab.

 

Durch Zufall stößt Lena auf eine Mappe, die Matteo in der Hektik im Hotel vergessen hat. Darin finden sich ein paar Fotos ihrer Mutter und auf einem der Bilder blickt Mariella so sehnsuchtsvoll in die Kamera, dass der Blick wohl einem Liebhaber
gegolten haben muss. Warum Mariella damals aus Italien wegging, hat sie angeblich nie erzählt. Der Gedanke an ihre Mutter und deren früheres Leben in Italien lässt Lena keine Ruhe mehr.

 

Kurzerhand reist sie zusammen mit ihrer Schwester Zoe an die Amalfiküste. Dort begegnen die beiden ihrem italienischen Großvater und tauchen ein in die Vergangenheit ihrer Mutter. Stück für Stück erfahren sie, weshalb Mariella damals fortging.
Auch ein Wiedersehen mit Matteo gibt es, was Lenas Herz höher schlagen lässt. Als sich jedoch herausstellt, dass Lenas Großvater eine tiefe Abneigung gegen die Familie Forlani hegt, traut sich Lena fast nicht mehr, weitere Nachforschungen anzustellen.

 

Dabei waren die beiden gerade dabei, sich näherzukommen und nun scheint dieses zarte Band aufgrund der Geschehnisse der Vergangenheit und der Rivalitäten zwischen den Familien schon wieder zu zerreißen.

 

'Zwischen dir und mir das Meer' ist eine schöne Sommergeschichte, die zeigt,  dass das Leben einen manchmal zu Entscheidungen zwingt, die einen zutiefst im Herzen verletzen. Und die Erinnerung bleibt sogar, wenn zwischen zwei Menschen das Meer liegt. Beim Lesen des Romans kann man den Duft der Zitronenbäume an der Amalfiküste
förmlich riechen und bekommt Lust auf ein Glas leckeren Limoncello.

 

Fazit: ein schöner Sommerroman, der dazu noch mit einer interessanten Familiengeschichte aufwarten kann.

 

Sonja Kraus

4 Sterne
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© 2018 Sonja Kraus, Harald Kloth

Andreas Föhr: Eifersucht

Ein neuer Fall für Rachel Eisenberg

 

München ; Knaur ; 2018 ; 512 Seiten ; ISBN: 978-3-426-65446-0  

 

Die erfolgreiche Strafverteidigerin Rachel Eisenberg sitzt gemütlich bei einer Tasse Kaffee im Biergarten, als Judith Kellermann, eine flüchtige Bekannte aus der Filmbranche, die ebenfalls im Biergarten sitzt, verhaftet wird. Sie engagiert Rachel, weil sie nicht ohne rechtlichen Beistand bleiben will. Judith wird zur Last gelegt, ihren Mann Eike Sander, einen reichen Unternehmer, mittels einer Explosion umgebracht zu haben. Die Ermittler finden Sprengstoff in ihrer Wohnung und es wird bekannt, dass er eine Geliebte hatte. Das Mordmotiv Eifersucht bringt Judith in Untersuchungshaft.

 

Rachel, die mit der Staatsanwältin Wittmann so ihre Schwierigkeiten hat, engagiert den Privatermittler Baum, der nach und nach verschiedene Details ans Licht bringt. Judith verstrickt sich in ihrer Aussage immer mehr in Widersprüche, sodass Rachel nicht mehr sicher ist, ob sie ihrer Mandantin glauben kann.

 

Derweil erscheint Boris auf der Bildfläche, ein Ex-Soldat, der früher in Jugoslawien gekämpft hat. Boris wird von einem finanzkräftigen Hintermann engagiert und hat bis jetzt jeden Auftrag zur vollsten Zufriedenheit seiner Kunden abgeschlossen. Er will dies auch jetzt wieder unter Beweis stellen. Baums Ermittlungen reichen mehrere Jahre zurück und Rachel wird immer klarer, dass eine frühere Mordserie und deren Beteiligte näher beleuchtet werden müssen, um den aktuellen Fall zu lösen. Unterdessen ist Rachels Tochter Sarah auf die Fährte eines Familiengeheimnisses gestoßen und Rachel kämpft mich sich, was sie erzählen will und was nicht.

 

Nach 'Eisenberg' legt Andreas Föhr mit 'Eifersucht' den zweiten Band um die Strafverteidigerin Rachel Eisenberg vor. Die Handlung spielt 2017, wobei in einigen Kapiteln auf das Jahr 2012 zurückgeblickt wird.

 

Der Plot ist spannend und als Leser möchte man unbedingt wissen, wie die Ereignisse von früher mit den heutigen verknüpft sind. Die Kapitel sind gut strukturiert und die einzelnen Charaktere werden nach und nach immer klarer.  

 

Fazit: Solider Krimi mit einer furchtlosen Anwältin als Protagonistin.

 

Matthias Wagner

4 Sterne
4 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Emmy Abrahamson: Wie ich mich auf einer Parkbank in einen bärtigen Mann mit sehr braunen Augen verliebte

Roman

 

München ; dtv ; 283 Seiten ; ISBN 978-3-423-43385-3

 

Manchmal schlägt das Leben sehr ungewöhnliche Pfade ein, auf denen die Vernunft chancenlos Ist und das Herz kurzerhand die Regie übernimmt.

Julia, Englischlehrerin in Wien - mit schwedischen Wurzeln - lebt in ihrer geregelten, durchgetakteten Welt, bestehend aus Job, mehr oder weniger ehrlichen Freundschaften sowie ihrer Katze Optimus. Sie erledigt ihren Job mit wechselnder Zufriedenheit – er ist einfach ein notwendiges Übel zur Sicherung des Lebensstandards

Die Suche nach dem Mann fürs Leben erwies sich bisher als sehr schwierig. Eines Tages lernt sie zufällig Ben kennen. Dieser lebt als Obdachloser in Wien in einer Hecke im Park. Er ist schmutzig, stinkt und in seiner völlig herabgekommenen Kleidung ist er alles andere, was sich eine junge Frau unter einer guten Partie für ihr Leben vorstellt.

Zwei völlig unterschiedliche Welten prallen aufeinander. Auf der einen Seite Julias spießige, oft verlogene und oberflächliche Welt in der Geld, Aussehen und Besitztümer die Hauptrolle spielen und die Menschen in ihrem Umfeld damit beschäftigt sind, sich gut zu präsentieren.
In Bens Leben hingegen spielen ganz andere Werte eine Rolle: Wie komme ich an etwas Essbares? Wo kann ich im Winter schlafen? Welche Plätze bringen beim Betteln den größten Ertrag? Die Befriedigung ganz existentieller, menschlicher Grundbedürfnisse stehen bei ihm im Vordergrund.

Doch die Liebe trifft die beiden wie ein Blitz.
Von nun an sind sie damit beschäftigt, ihre Gegensätze zu überwinden. Turbulenzen bleiben dabei nicht aus und treiben die frisch Verliebten durch alle Höhen- und Tiefenlagen der Gefühle. Eine einzige Frage steht offen: ist ihre zarte, junge Liebe zueinander stark genug oder scheitert die Beziehung an Wertvorstellungen und Gesellschaftsstrukturen ?

Es ist eine hinreißende Liebesgeschichte - schmutzig an der Geschichte sind nur Bens Füße (und Kleidung). Für mich war es eine unterhaltsame, leichte Lektüre zum Entspannen vom Alltag. Trotz aller Leichtigkeit fällt es schwer das Taschenbuch zur Seite zu legen – die Story besitzt Charme und schürt das Verlangen zu erfahren wie es mit den beiden weitergeht.

Fazit: Lesen und anschließend an einen lieben Menschen weitergeben, damit auch er in den Genuss dieser charmanten, rührenden Geschichte kommt. Eine Packung Taschentücher für den Notfall gehört unbedingt dazu.

Elisabeth Gonsch

5 Sterne
5 von 5

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© 2018 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth

Herfried Münkler: Der Dreißigjährige Krieg

Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648

 

Berlin ; Rowohlt ; 2017 ; 974 Seiten ; ISBN 3-87134-813-9

 

Die Erinnerung vieler Deutschen und das historische Erbe Deutschlands reicht oftmals nur bis zur „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, dem Ersten Weltkrieg, oder maximal noch bis zur Ära des Deutschen Kaiserreichs ab 1871 unter Wilhelm
I. und II. sowie seinem legendären Reichskanzler Bismarck. Dabei wurden wesentliche Weichen des heutigen Deutschlands bereits vor 400 Jahren gelegt, im Dreißigjährigen Krieg und seiner Friedensordnung, dem Westfälischen Frieden. Ein
beeindruckendes Buch zu diesem ersten großen europäischen Krieg hat nun der renommierte und aus Büchern wie „Die neuen Kriege“ oder "Imperien“ bekannte Politikwissenschaftler Herfried Münkler publiziert. Dabei zieht er diskussionswürdige Parallelen und Lehren zu und für die heutigen Konflikte und Kriege wie in Libyen und Syrien.

Der Dreißigjährige Krieg spielte sich im Wesentlichen in vier Phasen ab, die nach den jeweils beteiligten Ländern bzw. Gegnern des kaiserlich-katholischen Lagers benannt werden:

  1. Böhmisch-Pfälzischer Krieg (1618 - 1623)
  2. Niedersächsisch-Dänischer Krieg (1625 – 1629)
  3. Schwedischer Krieg (1630 – 1635)
  4. Schwedisch-Französischer Krieg (1635 – 1648)

Doch trotz seiner gesamteuropäischen Implikationen sowie seiner Dauer und obwohl gerade deshalb seine Auswirkungen noch heute spürbar sind, hat, so Münkler, der Zweite Weltkrieg den Dreißigjährigen Krieg in den Gedanken der Menschen ersetzt. Dies, weil dort in noch größerem Maße Menschen und ihre Umwelt planmäßig vernichtet wurden. Nichtsdestotrotz war der Dreißigjährige Krieg ein überaus komplexer europäischer Krieg, der nicht auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation beschränkt war und auch heute noch mehr Beachtung verdient.

Eine diffuse Motivlage, Konfessionskonflikte, Hegemonialbestrebungen und Besitzansprüche, überwiegend divergierend aber auch gleichlautend, erschweren das Verstehen dieses Krieges. Gerade der Zerfall der Protestantischen Union ab 1621 führte dazu, dass der Protestantismus nur noch mit Hilfe anderer Staaten handlungsfähig blieb. Dies wirkte wie ein Sog für ausländische Kräfte und internationalisierte den Konflikt. Ebenso, wäre der Krieg bis 1624 ein rein „deutscher Krieg“ gewesen, wäre er wohl zu diesem vergleichsweise frühen Zeitpunkt beendet worden, nur die ausländischen Mächte sorgten für seine Fortsetzung. Erneut bestand dann 1629 die große Chance auf Frieden. Doch anstelle von Verständigung und Kompromiss, versuchten die siegreichen Habsburger in den protestantischen Ländern und Kreisen mit dem Erlass des kaiserlichen
Restitutionsedikts vom 6. März 1929 mit aller Macht die Rekatholisierung durchzusetzen. Dies, so Münkler, war der schwerste Fehler des Kaisers, weil damit die errungenen militärischen Siege politisch zunichte gemacht wurden. Anstelle durch einen klugen Friedensschluss politische Stabilität zu fördern, provozierte der Erlass das Eintreten Schwedens unter Gustav Adolf, der es sich zur Aufgabe machte, als „Retter und Beschützer“ das protestantische Bekenntnis in Deutschland zu verteidigen, und später Frankreichs mit Richelieu in den Krieg. Mit dem Kriegseintritt Schwedens war auch die Siegesserie der katholischen Partei und des Kaisers samt seinen Kriegsherren beendet: Wallenstein wurde „in die Wüste geschickt“ und Tilly, der 10 Jahre lang von Sieg zu Sieg geeilt war, verlor mit dem Desaster bei Magdeburg und spätestens mit der verlorenen Schlacht bei Breitenfeld seinen Nimbus als großer Feldherr.

Der Krieg setzte sich stattdessen noch über 15 Jahre fort, erst außerhalb, dann wieder innerhalb Deutschlands. 6 Millionen Tote, fast jeder dritte (sic!) Deutsche, und verwüstete Landschaften waren sein grausames Erbe. Erst als 1641 nach der verlorenen Schlacht von Rocroi Spanien auch als Unterstützung für den Kaiser keine Rolle mehr im Krieg spielen konnte, begann der steinige Weg von fast 7 Jahren bis zum endgültigen Friedensschluss. Steinig und langwierig deshalb, weil die Vielfalt an Gründen und Motiven für den Krieg zu einem ausgeprägten Misstrauen gegenüber dem Friedenswunsch der anderen Partei führte. Um ein derartiges Misstrauen zu überwinden fand sich in der Geschichte oftmals eine Nation, die vermittelte. Aufgrund der vielschichtigen Interessen und der Dauer des Krieges gab es allerdings eine solche Partei zum damaligen Zeitpunkt nicht. So schloss man, so Münkler, im Dezember 1641 mit den Hamburger Präliminarien zunächst ein Abkommen in der festen Absicht, den Krieg vorerst weiterzuführen, da es keinerlei Vereinbarungen über einen Waffenstillstand enthielt. Erst ab 1644 begann man dann ernsthaft um einen Frieden zu ringen. Mindestens vier Jahre dauerte es, bis der sogenannte Westfälische Frieden verhandelt war, der schließlich am 24. Oktober 1648 mit den Verträgen von
Münster und Osnabrück geschlossen wurde.

Münkler nimmt nicht lange Anlauf, sondern kommt nach einer kurzen Ein- und Hinleitung schnell zum Thema. Auch wenn es mit der Reformation ein neues Konfliktpotential gab, war für ihn die Kriegsursache nicht der Konflikt der Konfessionen, sondern es gaben vielmehr politische Gründe, divergierende politische Strategien, unklare Nachfolgeregelungen und Mächtegerangel den Ausschlag. Dies erklärt letztendlich auch die Dauer des Krieges. Es ging um die Frage, wer im Reich das Sagen hat, die Stände oder der Kaiser. Die eurozentrische Lage Deutschlands in Verbindung mit Glaubensfragen und
Souveränitätsproblemen zogen dann auch andere europäische Mächte wie Spanien, Frankeich oder Schweden mit in den Krieg hinein, so dass der Krieg erst nach drei größeren Runden beendet wurde. Der Dreißigjährige Krieg war deshalb sowohl ein innerstaatlicher- wie auch zwischenstaatlicher Krieg, den man, wie später erst wieder ab Mitte des Zweiten Weltkriegs, regional nur schwer eingrenzen kann.

Als paradox bezeichnet es Münkler, dass der „Prager Fenstersturz“ als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges ohne Blutvergießen endete, jedoch eines der größten Blutvergießen der Geschichte in Gang setzte. Mit einer unglaublichen
Detailgenauigkeit zeichnet Münkler diese stufenweise Eskalation nach, stellt Verknüpfungen her und verbindet schlüssig die in Sachen Zeit, Raum und Ebenen verschiedensten Ereignisse. Im Dreißigjährigen Krieg verlor der Staat sein Monopol an den Kriegen, auch sind viele Gefechte ohne Kriegserklärung gefochten worden. So gesehen fallen wir laut dem Autor auch heute wieder in dieses Zeitalter zurück. Der Dreißigjährigen Krieg war aber auch der erste richtige Propagandakrieg, einerseits mit karikierenden Flugblättern anderseits durch das „Zuspielen“ von gefälschten Geheimdokumenten an den Gegner, um die wahren Absichten zu verschleiern. Auch wenn die Schlachten nicht im Mittelpunkt des Buches stehen, so sind sie doch mit großem erzählerischen Können jederzeit fesselnd beschrieben. Beeindruckend sind auch Münkler’s Analysen der Kriegswirtschaft, die von Zöllen angefangen bis zur „Ausquetschung“ der Bürger und Bauern reichte: Der Krieg musste bei fast allen Kriegsparteien den Krieg ernähren! Gerade auch ab 1635 war der große Krieg auch ein „Kleinkrieg“, ein Krieg der Söldnerheere gegen die Bauern. Einzig dieser Aspekt kommt in dem Buch etwas zu kurz. Wie standen sie zum, bzw. wie sahen sie den Krieg? wie sah ihr tagtägliches Überleben aus?

Münkler gibt sich auch nicht mit dem Geschehenen und seinem Verlauf ab, sondern fragt und sucht auch immer wieder nach Alternativen, beschäftigt sich intensiv mit Entscheidungen oder auch Nicht-Entscheidungen und ihre mittel- und
langfristigen Konsequenzen. Das „was wäre gewesen, wenn…“ nimmt einen großen Raum in seinen exzellenten Analysen ein. Der Autor erklärt so, ohne im Gegensatz zu vielen seiner Historikerkollegen mit der Weisheit des Rückblicks und unter Nutzung neueren Quellen besserwisserisch zu wirken, wer seine Chancen genutzt oder verpasst hat. Münkler bezeichnet den Dreißigjährigen Krieg als „Übungsplatz für strategisches Denken“ und beispielgebend für die Betrachtung von Erfolg und
Scheitern. Dabei bestimmten die Faktoren die Protagonisten des Krieges, diese waren aber auch selbst Faktoren. Natürlich widmet er sich auch den Kriegsherren: Gustav Adolf, der es exzellent verstand, Politik, Strategie und Taktik miteinander zu verbinden. Tilly der eher glühende Religionskrieger, Wallenstein der politisch motivierte Stratege, der in geopolitisch umfassenden Zusammenhängen dachte und Schwerpunktbildungen erkannte. Viele Soldaten, so Münkler, wechselten angesichts besserer Unterbringung, höherem Sold und der besseren Aussicht auf Belohnung und Karriere von Tilly‘s Heer der Liga zu Wallenstein. Nicht minderer Berühmtheit erlangte der Condottiere (Kriegsunternehmer oder Söldnerführer) Herzog Bernhard, der Nachfolger Wallensteins, den so Münkler die Fähigkeit auszeichnete, Niederlagen nicht als solche hinzunehmen, sondern sofort entschlossen versuchte, die Scharte auszuwetzen. So überraschte er nicht nur einmal seine Gegner.

Da keine der Kriegsparteien es schaffte, den Gegner final zu besiegen, wurde der Krieg schließlich beendet, weil nach 30 Jahren alles und alle ausgebrannt, erschöpft waren. Dazu kam, dass es gelang, die Religion von der Politik zu trennen und man so eine langandauernde Friedensregelung finden konnte. Dies fordert Münkler auch um die heutigen Konflikte zu lösen oder zu beenden. Religion fungiert für ihn als Beschleuniger hegemonialer Konflikte, in denen man dann wiederum mit aller Grausamkeit die religiösen Konflikte ausfechten kann. Der schließlich zwischen dem 15. Mai und 24. Oktober 1648 geschlossene Westfälische Frieden hat den Krieg wieder reguliert und als wesentlichen Bestandteil nur Staaten das Recht auf Krieg zuerkannt. Wegweisend für die nächsten über 250 Jahren wurde mit dem Frieden Europa in Hegemonialzonen
aufgeteilt: Diese Pentarchie bestand zunächst aus Spanien, Frankreich, England, dem Habsburger Reich und Schweden, später wurden Spanien und Schweden durch Preußen und Russland als eine der fünf großen Mächte ersetzt.

Münkler ist Politikwissenschaftler und nicht Historiker. Deshalb liegt der Schwerpunkt des Buches von fast 1.000 Seiten auch nicht auf den üblichen ausführlichen Schlachtenbeschreibungen, sondern er widmet sich auch mit der gebotenen Länge Bereichen wie Kultur und Wirtschaft. Für Münkler fielen die Entscheidungen auch nicht auf den Schlachtfeldern und durch Kriegsherren wie Wallenstein oder Bernhard, sondern an den Kabinettstischen. Ebenso nimmt er interessanterweise den Dreißigjährigen Krieg als Blaupause für die heutigen Konflikte wie im Nahen Osten. Deshalb untersucht er den Krieg ausführlich hinsichtlich seiner Faktoren, Bedingungen und Motiven. Auch widmet er sich der Verwissenschaftlichung des Krieges, also die zentrale Rolle von Mathematikern und Ingenieuren z.B. bei der Einnahme von Festungswerken oder Schussberechnungen. Also insgesamt eine beeindruckend umfassende Betrachtung.

Wer Münkler kennt, den überrascht es nicht, dass er es nicht bei historischen Fakten und Analysen belässt. Gegen Ende zieht der Autor so einen Vergleich zu den heutigen Konflikten insbesondere im Nahen Osten, Syrien und Libyen. Waren für lange Zeit die Staaten wieder die Monopolisten des Krieges, so erleben wir nun wieder eine „unordentliche Form des Krieges“. Wie auch vor 400 Jahren werden wieder Kriege ohne Kriegserklärung geführt. Dies gestaltet die Unterscheidung zwischen Aufstand, Unruhen, Konflikt und Krieg schwierig. Auch heute vermengen sich religiöse mit politischen Beweggründen, lokale Kriegsherren mischen mit, die Zivilbevölkerung ist Oper von Grausamkeiten und jede Vermittlung oder Einmischung von außen ist schwierig. Allerdings macht die heutige „weltweite Gleichzeitigkeit von Informationen“ einiges anders. Die leidende Zivilbevölkerung wird einem via Bildschirm quasi direkt auf dem Teller beim Abendessen präsentiert, während vor 400 Jahren Mord und Plünderung, sofern nicht unmittelbar betroffen, erst lange Zeit später publik wurde. Aber auch trotz medialer Omnipräsenz ihrer Taten hält das Despoten nicht von weiteren Grausamkeiten ab – oder gerade deswegen machen sie weiter. Die Übertragbarkeit des Dreißigjährigen Krieges auf die heutigen Konflikte ist sicherlich diskussionswürdig. Meiner Meinung nach sind derartige Vergleiche rechtens, Schlüsse zu ziehen allerdings fragwürdig.

Fazit: Unabhängig von diesem letzten Teil, Herfried Münkler hat zweifellos ein Standartwerk über den Dreißigjährigen Krieg geschrieben. Es beinhaltet par excellence Kriegsgeschichte in all seinen Facetten inklusive Beschreibungen von Schlachten und diplomatischer Kunst, Wirtschafts-, Kultur-, Kunst-, Literaturgeschichte sowie Charakterstudien über die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts. Münkler erinnert an einen Krieg, der außer bei Geschichtsinteressierten längst in Vergessenheit geraten ist. Nicht nur wegen der großen zeitlichen Distanz von vier Jahrhunderten aber durch die zunehmende religiöse Gleichgültigkeit unserer Gesellschaft dient der Krieg nicht mehr als „politisch-kultureller Identitätsmarker“ der Deutschen. Nichtsdestotrotz eine sehr empfehlenswerte Lektüre für lange Sommerabende.

 

Andreas Pickel

4/5 Sterne
4/5 von 5

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© 2018 Andreas Pickel, Harald Kloth

Eva Krötz: 111 Orte im Oberpfälzer Wald, die man gesehen haben muss

 

Köln ; Emons ; 2018 ; 240 Seiten ; ISBN 978-3-7408-0331-5

 

Von Altenstadt über Böhmischbruck, von Eslarn bis Falkenberg, von Grafenwöhr bis Hirschau, von Konnersreuth bis Mausdorf, von Nabburg bis Neunburg vorm Wald, von Parkstein bis Perschen, von Pfreimd bis Plößberg, von Schirmitz bis Schönsee, von Tirschenreuth bis Vohenstrauß, von Waidhaus bis Waldmünchen, von Weiden bis Windischeschenbach.

Das sind nur einige wenige Orte im Oberpfälzer Wald, an die uns die Autorin Eva Krötz führt.

 

Diese 111 ausgewählten Sehenswürdigkeiten haben eines gemeinsam: Sie sind ungewöhnlich und bringen den Besucher zum Staunen. Und so richtet sich dieser besondere Reiseführer sowohl an Einheimische, als auch an Urlauber. Ein wichtiger Fokus dieses 230seitigen Buches liegt dabei auf der Vergangenheit. Sowohl auf der jüngeren Geschichte (wie dem Kalten Krieg) oder sehr viel weiter zurückliegend (wie dem Mittelalter).

 

Neben der Burgruine Flossenbürg (Seite 44) findet sich ein paar Seiten weiter der Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Seite 48). Der Leser erfährt auf einer Doppelseite (Seite 62)  zum Schloß Kaibitz, daß dort das Drehbuch zum Kassenschlager "Die Mädels vom Immenhof" geschrieben wurde. Eine weitere Reise führt den Leser nach Perschen (Seite 122). An der Friedhofsmauer findet sich eine eigenartige, verwitterte Skulptur: Das Bärenfräulein.

 

Die Texte (immer auf der linken Seite) sind interessant beschrieben. Über den Bierkeller in Neuhaus (Seite 100) ist launig zu lesen: "Der Herr Bürgermeister gibt bekannt, dass am Mittwoch Bier gebraut wird und deshalb ab Dienstag nicht mehr in den Bach geschissen werden darf!". Rechts findet sich jeweils ein aussagekräftiges Foto mit den wichtigsten Angaben wie Adresse, Anfahrt, Öffnungszeiten. Ein sechsseitiges Inhaltsverzeichnis und eine doppelseitige Übersichtkarte ergänzen das handliche Buch.

 

Dieses Buch ergänzt die "111 ... die man gesehen haben muss-Reihe" aus dem Emons Verlag. Darunter z.B. "111 Orte in Regensburg, die man gesehen haben muss", "111 Orte im Bayerischen Wald, die man gesehen haben muss", "111 Orte in der Oberpfalz, die man gesehen haben muss".

 

Fazit: Ein besonderer Reiseführer zum Entdecken und Staunen.

 

Harald Kloth

4/5 Sterne
4/5 von 5

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© 2018 Harald Kloth

Celeste Ng: Kleine Feuer überall

Roman

 

München ; dtv ; 2018 ; 384 Seiten ; ISBN 978-3-423-28156-0  

 

Elena Richardson lebt ein Bilderbuchleben im kleinen Städtchen Shaker Heights, einem Vorort von Cleveland. Ein tolles Haus, ein als Anwalt erfolgreicher Ehemann und vier ganz unterschiedlich begabte Kinder. Noch dazu keinerlei finanzielle Nöte, denn neben ihrem Job als Journalistin vermietet Mrs Richardson das von den Eltern geerbte Haus an der Winslow Road. Doch das Vermieten ist eher ein wohltätiger Akt, da die Familie das Geld nicht wirklich benötigt. Die Mieter werden sehr sorgsam ausgewählt. Stets nimmt Mrs Richardson diejenigen, bei denen sie das gute Gefühl hat, diese seien besonders bedürftig und sie, Elena Richardson, tue damit etwas Gutes.

 

Als die alleinerziehende Fotokünstlerin Mia Warren und deren Teenagertochter Pearl als potentielle Mieter vor der Tür stehen, ist die Sache gleich klar - sie erhalten die Wohnung. Die beiden wollen sich nach dem nomandenhaften Leben, das sie bisher führten in Shaker Heights niederlassen und sesshaft werden.

 

Nicht zuletzt Mrs Richardson selbst leistet einen enormen Beitrag dazu, dass sich Pearl mit ihren Kindern anfreundet. Zwischen dem Sohn Moody und Pearl entwickelt sich bald eine innige Freundschaft und auch die Tochter Lexie nimmt die jüngere Pearl unter ihre Fittiche. Deren Bruder Trip, der auf cooler Typ macht, bleibt Pearl gegenüber vorerst reserviert und Izzy ist vielmehr von Pearls Mutter Mia Warren und ihrer künstlerischen Arbeit fasziniert und möchte gar nicht mehr von ihrer Seite weichen.

 

Das was Pearl bisher fremd war - ein normales Teenagerleben - wird von Tag zu Tag selbstverständlicher. Pearl muss aber auch bald die Schattenseiten des Teenagerseins erleben. Aufgrund der starken Anziehungskraft, die das Mutter-Tochter-Gespann auf ihre Kinder ausübt, erwacht der journalistische Eifer in Mrs Richardson und sie beginnt, in der Vergangenheit zu wühlen um mehr über ihre Mieterinnen herauszufinden. Dabei erfährt sie Dinge, die sie vorerst aber für sich behält. Innerhalb der Familie Richardson behält ohnehin fast jeder gerne gewisse Dinge für sich und verheimlicht sie vor den anderen.  

 

Diese Heimlichkeiten sind es dann letztlich auch, die das ganz heile Leben ins Wanken bringen. Wie kleine Feuer breiten sie sich überall aus. Sie entfalten ihre zerstörerischen Kräfte ausgerechnet dann, als es keiner erwartet - mit erschreckenden Folgen für alle Beteiligten. 

 

Nach "Was ich euch nicht erzählte" hat die Bestsellerautorin Celeste Ng mit "Kleine Feuer überall" erneut einen sehr mitreißenden Familienroman geschaffen. Im Laufe der vielschichtigen Erzählung erhält man einen tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Existenz. Im Mittelpunkt steht immer die Frage danach, wie die Menschen zu denen wurden, die sie sind.   

 

Fazit: Ein grandios konstruierter Roman, der einen ab und an erschaudern lässt, weil er die menschlichen Abgründe so gut darzustellen vermag.

 

Sonja Kraus

5 Sterne
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© 2018 Sonja Kraus, Harald Kloth

Jonas Bonnier: Der Helicopter Coup

Die Millionen Beute

 

München ; Piper ; 2018 ; 402 Seiten ; ISBN: 978-3-492-05847-6

Über Monate hinweg bereiten Niklas Nordgren, Michel Malouf, Sami Farhan und Zoran Petrovic ihren spektakulären Coup vor. Für den Tag im September 2009 muss alles perfekt sein, denn alle Beteiligten wollen sich nach diesem Ding zur Ruhe setzen.

 

Aber was gilt es alles zu beachten, denn der Plan lautet folgendermaßen: Drei maskierte und bewaffnete Männer lassen sich von einem gestohlenen Hubschrauber auf das Dach eines Gelddepots im Stockholmer Vorort Västberga absetzen. Sie schlagen die Scheiben der Dachkuppel ein und bahnen sich mit Sprengstoff den Weg durch das Gebäude. Dort liegen Millionen von Kronen, die im obersten Geschoss des Hauses gezählt werden. Nachdem alles in Säcken verpackt ist, fliegen sie weg und tauchen unter. Bei ihrer Flucht verschaffen sie sich einen entscheidenden Vorsprung: der Polizeihubschrauber muss am Boden bleiben.

Jonas Bonnier erschafft die einzelnen Charaktere und es entspinnt sich ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Behörden wurden gewarnt. Der Autor erzählt eine schier unglaubliche Geschichte, die sich tatsächlich am 23. September 2009 ereignet hat. Der Fall gilt als der spektakulärste in der schwedischen Kriminalgeschichte. Grandios ist die Idee, wo die Beute letztlich abgeblieben ist, denn das Geld ist in der Realität noch nicht wieder aufgetaucht.

Fazit: Tolles Lesevergnügen, man fiebert richtig mit den Räubern mit.

 

Matthias Wagner

4 Sterne
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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Ulrike Herwig: Oskar an Bord

Roman

 

München ; dtv ; 2018 ; 285 Seiten ; ISBN 3-423-21710-3

Die Zutaten für diese verrückte Geschichte: Man nehme den verzweifelten Familienvater Markus in Geldnöten und dazu Tina, seine eher brave, gesetzeskonforme Ehefrau als lebendes Gewissen, das voller voller Bedenken, Zweifel und Ängste ist.
Außerdem kommen je eine Prise Abgestumpftheit im Eheleben, Geldnot und berufliche Unzufriedenheit mit in die Handlung.
Füge eine „Schnapsidee“ in Form eines Raubüberfalls hinzu und lasse dabei jede Form von Brutalität aus dem Spiel.
Fehlt noch der zufällig gekidnappte, hochbetagten Oskar - der körperlich nicht mehr ganz so fit ist. Er entpuppt sich als unkomplizierter Zeitgenosse und zugleich als liebenswerter, raffinierter Gangster, der das Ganze als willkommene Abwechslung zu seinem tristen Heimaufenthalt betrachtet.

Genau genommen besteht das große Abenteuer aus vielen kleinen „Kriegsschauplätzen“, überraschenden Wendungen und Katastrophen. Die Hauptakteure durchleben dabei eine durchwegs positive Veränderung ihrer Persönlichkeit und Lebenseinstellung.

Den ganz gespannten Lesern verrate ich nur so viel: Es gibt ein Happy End für alle.

Dieses etwas schräge Fluchtabenteuer auf 285 Seiten im Taschenbuchformat eignet sich als lockere Unterhaltung ohne den Leser dabei mit Fremdwörtern, komplizierten Handlungsabläufen oder notwendigem Hintergrundwissen zu strapazieren. Auch nach längerer Lesepause lässt sich der Anschluss an die Geschichte problemlos finden.

Fazit: Ein Taschenbuch für Liebhaber leichter, unbeschwerter Unterhaltung. Ein bisserl was zum Schmunzeln und Abschalten ohne langen Nachhall und Schwere.

 

Elisabeth Gonsch

3 Sterne
3 von 5

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© 2018 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth

Heine Bakkeid: Und morgen werde ich dich vermissen

(Thorkild Aske, Band 1)

Thriller

 

Reinbek ; Rowohlt ; 2018 ; 412 Seiten ; ISBN: 978-3-499-29055-8
 
Thorklid Aske ist gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Er saß dort wegen fahrlässiger Tötung ein. Zuvor war er in seinem Beruf als Polizist zuletzt als interner Ermittler tätig. Ohne Job aber mit viel Zeit weiß Thorklid zunächst nicht, was er machen soll, denn auch auf dem Arbeitsamt haben sie keine Verwendung für einen gelernten Polizisten. Als sein Psychiater Ulf ihm ein Jobangebot unterbreitet ist er anfangs skeptisch, lässt sich dann aber doch darauf ein.

 

Er soll im Norden nach einem jungen Mann suchen, der auf einer Leuchtturminsel ein neues Projekt gestartet hat, jetzt aber verschwunden ist. Die dortige Polizei unterstützt ihn, so gut es geht. Auf der Insel angekommen entdeckt er dann plötzlich die Leiche einer Frau, die vor seinen Augen wieder im Meer verschwindet. Thorklid Aske ist sich nicht sicher, was er gesehen hat, denn er steht unter dem Einfluss von Medikamenten. Als dann aber auch zwei Polizeibeamte verschwinden, während nach ihm gefahndet wird, bleibt ihm keine andere Wahl, er muss noch einmal auf die Insel.
 
Das Debüt von Heine Bakkeid ist der erste Teil einer Thrillerreihe um den ehemaligen Polizisten Thorkild Aske. Dieser ist gezeichnet und aufgrund seiner Medikation immer wieder neben der Spur. Der Rückblick auf die Zeit vor der Inhaftierung ist gut im Text integriert. Vieles an der ganzen Geschichte ist aber leider ziemlich konstruiert.
 
Fazit: Psychogramm eines „kaputten“ Polizisten.

 

Matthias Wagner

3 Sterne
3 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Nicole Walter: Das Glück umarmen

Ein Achtsamkeits-Roman

 

München ; Knaur; 2018 ; 366 Seiten; ISBN 978-3-426-51969-1

Schon in jungen Jahren ist Johanna zu ihrer Oma gezogen, weil sich ihre Mutter voll auf den Beruf konzentrieren wollte.
Marceline ist jetzt bereits 88 und das Gedächtnis spielt der alten Dame immer mal wieder einen Streich. Dass die Momente der Verwirrtheit immer öfter kommen, ist auch Johanna bewusst. Die Thematik Alzheimer verdrängt sie aber so gut es geht. Stattdessen versucht sie jeden Tag aufs Neue das zu tun, was Marceline ihr immer schon gepredigt hat: achtsam durchs Leben zu gehen.

Als sich Johanna gerade auf einem ihrer Achtsamkeitsspaziergänge befindet, wird sie Zeugin eines Unfalls. In seinem verbeulten Porsche sitzt Leon, für den im Leben nur zählt, dass man erfolgreich ist, viel Geld verdient und schnell ans Ziel kommt.

 

Mach mal bremst einen das Leben aber aus, wenn man zu übermütig wird. Johanna ist sofort hin und weg von diesem "Botticelli-Engel",  den sie aus dem rauchenden Auto zieht. Auch wenn der nicht lange bei Bewusstsein ist, wird schnell klar, dass sich seine Begeisterung dagegen in Grenzen hält. Doch Johanna lässt nicht locker und besucht Leon sogar im Krankenhaus. Nachdem er mit dem verletzten Bein nicht in seine Wohnung zurück kann, lädt sie Leon sogar zu sich ins Haus der Großmutter ein.

Und dann ist da auch noch Kio, der traumatisierte Flüchtlingsjunge aus Nigeria, den Marceline bei sich aufgenommen hat.
Während Johanna immer noch fest davon überzeugt ist, in Leon DEN Menschen fürs Leben gefunden zu haben, bleibt dieser reserviert und reagiert oft abweisend. Mit dem traumatisierten Kio geht er aber ganz behutsam um. Hat er etwa auch schon mal Dramatisches erlebt?

Nicole Walter greift in dieser netten Geschichte ein paar aktuelle Themen auf, die sich sehr gut mit der Achtsamkeitsthematik verbinden. Jedes Kapitel wird durch ein schönes Achtsamkeits-Statement eingeleitet. Während des Lesens erfährt man so auch ganz nebenbei einiges über die Achtsamkeitslehre.

Fazit: Ein schön geschriebenes Buch voller Impulse, das Leben jeden Tag zu umarmen.

 

Sonja Kraus

4 Sterne
4 von 5

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© 2018 Sonja Kraus, Harald Kloth

Gin Phillips: Nachtwild

Thriller

 

München ; dtv ;  2018 ; 304 Seiten ; ISBN: 978-3-423-26196-8
 
Joan besucht mit ihrem vierjährigen Sohn Lincoln den Zoo. Dieser lebt ganz in seiner kindlichen Welt, als plötzlich Schüsse zu hören sind. Auf dem Weg zum Ausgang sehen sie Tote auf dem Boden liegen. Keiner weiß, was los ist. Als sie weitere Schüsse wahrnehmen, flüchtet Joan mit Lincoln in ein leer stehendes Stachelschweingehege. Dort harrt sie zunächst aus, bevor sie sich erneut auf den Weg macht, denn ein Vierjähriger hat trotz alledem Bedürfnisse, die sich nicht so einfach unterdrücken lassen. Sie muss eine Entscheidung treffen, denn sie hat die Verantwortung.

Mit diesem Erstlingswerk im Thrillergenre begibt sich die Autorin für ihren Plot in einen Tierpark, wo eine Mutter mit ihrem vierjährigen Sohn verweilt. Aus deren Sicht ist der größte Teil des Buches geschrieben.

 

Spannung kann dabei leider nur ansatzweise erzeugt werden. Es sind oft lange Rückblenden eingebaut, die einerseits gut gemeint sind, andererseits aber den Spannungsbogen erschlaffen lassen. Das Buch wurde sehr groß angekündigt und auch die Kommentare im Klappentext erzeugen eine große Erwartungshaltung, die leider nicht erfüllt wird.
 
Fazit: Teils langatmig und ermüdend.

 

Matthias Wagner

2 Sterne
2 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth

Horst Eckert: Der Preis des Todes

Thriller

 

Reinbek ; Rowohlt ; 2018 ; 413 Seiten ; ISBN: 978-3-8052-0012-7
 
Sarah Wolf ist seit kurzem eine erfolgreiche Talkmasterin im ersten deutschen Fernsehen. Sie moderiert einmal die Woche eine politische Talkrunde. Seit kurzer Zeit ist sie mit dem parlamentarischen Staatssekretär im Gesundheitsministerium Christian Wagner liiert, was aber aufgrund ihrer Berufe im Verborgenen bleiben muss. Als Sarah Christian in Berlin besuchen will, steht sie vor verschlossenen Türen.


Einen Tag später läuft die traurige Meldung über alle Presseagenturen: „Staatssekretär Wagner tot in seiner Wohnung gefunden“. Sarah kann nicht glauben, dass ihr neuer Freund Selbstmord begangen haben soll und auch die Polizei ist sich schnell sicher, dass hier jemand nachgeholfen hat.


In Düsseldorf wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die kurz vor ihrem Verschwinden einen Termin bei Christian Wagner wahrgenommen hat. Zuvor war sie beruflich in Afrika im Flüchtlingslager Dadaab. Hängt dies alles zusammen?
Ein Polizist, der nicht mehr lange zu leben hat, will seinen letzten Fall lösen, denn dies ist er seiner Tochter schuldig. Ob ihm dies gelingt?
 
Mit „Der Preis des Todes“ hat Horst Eckert einen hochbrisanten Politthriller vorgelegt, der alles hat, was ein spannendes Buch braucht. Zum einen eine Hauptfigur, Sarah Wolf, von vielen Wölfin genannt, die zwar äußerlich taff auftreten muss, aber im Grunde ein hochemotionaler Mensch ist.
Und darüber hinaus eine Story um das Flüchtlingslager Dadaab, die möglicherweise nicht Fiktion ist und ein kritischer Seitenhieb auf den gesamten Politikbetrieb.
 
Fazit: Absolut empfehlenswert.

 

Matthias Wagner

5 Sterne
5 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth