Michael Ostrowski: Der Onkel

Roman

Hamburg ; Rowohlt ; 2022 ; 320 Seiten ; ISBN 978-3-498-00329-6

Auf dem Buchcover sieht man eine künstlerische Strichzeichnung Huhn, Würfel
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Irgendwie merkwürdig, irgendwie lässt einen dieses Buch dann doch ein bisserl ratlos zurück, irgendwie zumindest. Schauspieler und Teilzeit-Kabarettist Michael Ostrowski (im deutschen, besser süddeutschen, Raum bekannt als Pathologe bei den Eberhofer-Filmen oder als Privatdetektiv in den Passau-Krimis) legt mit Der Onkel seinen ersten Roman vor. Zuvor hat er die Geschichte, in der er selbst die Rolle seiner Hauptfigur spielt, in seiner Heimat Österreich ins Kino gebracht – flankiert von seinen Schauspielkollegen Anke Engelke, seiner Lebensgefährtin Hilde Dalik und Simon Schwarz. Der gebürtige Steirer mit dem Wiener Schmäh macht halt alles ein bisserl anders, irgendwie.

Und darum geht’s: Der verschollen geglaubte Lebemann Mike Bittini erfährt, dass sein Bruder – ein erfolgreicher Immobilienanwalt – ins Koma gefallen ist. Er kehrt zurück zu dessen Familie, schleicht sich dort ein wie der Habicht in den Hühnerstall und mischt alle und alles ordentlich auf. Der Onkel kommt um zu helfen, erzeugt aber Chaos und findet schlußendlich die Liebe.

Der Roman besticht durch seinen immer weitertreibenden Schreibstil, passend zu Protagonist Mike – einem Lauser, ein Gauner, einem absoluten Antihelden, der in der Geschichte selbst ein Getriebener ist. Ostrowski erzählt sein schräges, oft witziges aber manchmal stark überzogenes Gschichterl in schönster österreichischer Sprache, die man eigentlich nur mit dem wunderbaren Wort „Schmäh“ beschreiben kann. Glücklich seien hier jene, die diesen Roman (so wie ich) auf östereichisch lesen können, dann zündet der Plot so richtig, das Ende jedoch lässt aber dann doch Fragen offen, irgendwie.

Fazit: „Der Onkel“ - herrlich schräg mit Wiener „Schmäh“ – irgendwie …

Wolfgang Gonsch

3,5 Sterne
3/4 von 5

 © 2023 Wolfgang Gonsch, Harald Kloth, Cover: Copyright © Rowohlt Verlag

 

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