Zwetschgendatschikomplott

Rita Falk

Zwetschgendatschikomplott

Ein Provinz-Krimi

München ; dtv ; 2016 ; 272 Seiten ; ISBN 978-3-423-21635-7

 

Es läuft nicht gut für Franz Eberhofer. Nach der geplatzten Hochzeit mit seiner Dauerfreundin Susi sind die Oma und der Papa nicht gut auf ihn zu sprechen. Und auch, wenn er mehrmals mitten in der Nacht reumütig versucht, die Susi am Telefon zu besänftigen - was ja an sich schon eine recht blöde Idee ist - endet alles in einer Funkstille.

Derweil spaltet sich das beschauliche Niederkaltenkirchen in zwei tief verfeindete Lager. Ein Hotel soll nämlich gebaut werden und natürlich sind diejenigen, die davon profitieren würden, sprich der Simmerl Metzger, der Gas-Wasser-Heizungspfuscher Flötzinger und natürlich allen voran der Bürgermeister für das Hotel. Alle anderen möchten aber gerne, dass in Niederkaltenkirchen alles so bleibt, wie es ist. Wie in der Großstadt gibt es sogar Demos und Boykottaktionen und alles in allem ist eine Menge los in dem sonst relativ ruhigen Ort im tiefsten Niederbayern.

Zu allem Überfluss hat der Eberhofer auch in München seinen Stress. Der Rudi findet auf seinem Balkon einen Frauenfinger und natürlich wäre der Birkenberger nicht der Birkenberger, wenn er nicht auch noch die dazugehörige Leiche finden würde. Eine übel zugerichtete übrigens. Kurz darauf werden in einem Neubaugebiet vor den Toren Münchens noch zwei weitere übel zugerichtete Frauenleichen gefunden. Alle im Dirndl und das ausgerechnet zur Wiesnzeit - da müssen Franz Eberhofer und seine Kollegin Steffi natürlich unter Hochdruck an der Lösung des Falles arbeiten. Die Spur führt dann letztlich ins Rotlichtmilieu, wo der Rudi sich aufgrund seiner diversen Privatermittlungen bestens auskennt und wieder eine große Hilfe ist. Als wäre das alles noch nicht genug, erfährt Franz dann auch noch, dass die Susi - seine Susi - schwanger ist.
Da kann er doch nicht der Vater sein. Oder etwa doch?

Im mittlerweile sechsten Fall für den Kommissar Eberhofer lässt Rita Falk so einiges geschehen. So viel, dass der eigentliche Fall ganz oft ein wenig ins Hintertreffen gerät. Aber das kennt man ja schon aus den früheren Fällen. Es geht im Grunde immer viel mehr um die Personen, die einem schon ein wenig ans Herz gewachsen sind und weniger um den eigentlichen Kriminalfall. Dafür gibt es aber in diesem Regionalkrimi wieder so einiges zum Schmunzeln.

Fazit: Ein empfehlenswertes und unterhaltsames Buch, enthält allerdings für eingefleischte Krimifans wohl zu wenig Spannung.

 

Sonja Kraus

4 Sterne
4 von 5

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© 2017 Sonja Kraus, Harald Kloth