Weisswurstconnection

Rita Falk

Weißwurstconnection

Ein Provinzkrimi

München ; dtv ; 2016 ; 304 Seiten ; ISBN 978-3-423-26127-2

Die Wellness-Branche boomt und so ist es nicht verwunderlich, dass es nun auch im beschaulichen Niederkaltenkirchen bei Landshut eines dieser luxoriösen Wellnesshotels gibt. Doch kurz vor der Eröffnung wird Kommissar Eberhofer von der Hotelleitung des Heimatwinkels um Hilfe gebeten. In einer der vom Gas-Wasser-Heizungspfuscher Flötzinger installierten Badewannen liegt eine aufgedunsene männliche Leiche.

Der Mann muss wohl während des Probebetriebs, bei dem alle am Bau des Hotels Beteiligten ein kostenloses Wochenende im Hotel verbringen durften, gestorben sein. So kurz vor der Eröffnung will die Hotelleitung natürlich um jeden Preis negative Schlagzeilen vermeiden. So wird die Leiche mit Hilfe des Richters Moratschek ganz diskret in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in die Pathologie gebracht. Doch in Niederkaltenkirchen spricht sich so ein Todesfall natürlich schneller herum als dem Eberhofer lieb ist.

Der Tote war ein rechtschaffener Bürger und hinterlässt Frau und Kinder. Franz Eberhofer tappt komplett im Dunkeln und wie immer kommt ihm sein Freund, der Privatermittler Rudi Birkenberger zur Hilfe. Getarnt als Teilnehmer der Esoterik-Tagung, die im Heimatwinkel stattfindet, ermittelt der Rudi undercover und wie immer nimmt er seinen Job dabei sehr ernst - bis hin zum Yoga-Outfit, was beim Rudi natürlich deppert aussieht. Findet zumindest der Franz.

Doch nicht nur die Leiche beschäftigt Franz Eberhofer - auch privat ist er rundum beschäftigt. Mit der Susi und dem gemeinsamen Sohn Paulchen läuft es momentan ganz gut. Wäre da nicht die fixe Idee von der Oma, dass sich Franz und sein Bruder gemeinsam ein Doppelhaus bauen sollen. Der Schleimer stürzt sich voll in die Planungen, was dem Franz natürlich gar nicht passt.

Nachdem der Franz Eberhofer im letzten Fall Leberkäsjunkie gesundheitlich sehr angeschlagen war, ist er in seinem nunmehr achten Fall wieder ganz der Alte. Witzig ist dieses Mal der Rudi, der sich inspiriert durch seinen Undercover-Einsatz auf dem Esoterik-Trip befindet. Der Mordfall wirkt aber doch sehr an den Haaren herbeigezogen. Das Zwischenmenschliche und die Seilschaften innerhalb Niederkaltenkirchens stehen ja ohnehin immer mehr im Mittelpunkt als der eigentliche Fall, aber dieses Mal hat man das Gefühl, den Todesfall musste es einfach geben, da sonst das Label "Provinzkrimi" nicht mehr zutreffen würde. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Rita Falk für den nächsten Fall mehr Zeit lässt. Das täte der Story sicher gut.

Fazit: Eine im Großen und Ganzen ganz unterhaltsame Geschichte, die aber verglichen mit den früheren Fällen doch einige Defizite aufweist.

 

Sonja Kraus

3 Sterne
3 von 5

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© 2016 Sonja Kraus, Harald Kloth