John Strelecky: Wiedersehen im Café am Rande der Welt

John Strelecky

Wiedersehen im Café am Rande der Welt

Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst

München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2015. - ISBN 978-3-423-26073-2

 

Hier liegt nun die Anschlussgeschichte zum Bestseller Das Cafe am Rande der Welt - Eine Erzählung über den Sinn des Lebens des Autors John Strelecky vor.

 

Auf 283 Seiten - in Großdruck gehalten - erlebt der Leser für einen ganzen Tag „Das Wiedersehen im Cafe am Rande der Welt“ hautnah mit.

 

Zehn Jahre sind vergangen, seit John - gestresst, unzufrieden und stets in Eile - zum ersten Mal auf das Cafe am Rande der Welt stieß. Nach diesem Besuch hat sich sein Leben gravierend verändert. Er setzte neue Maßstäbe in seinem Leben, schuf für sich ein neues, passendes Lebensmodell und profitiert jetzt von einer weit höheren Lebensqualität - aber nicht am Geld gemessen.

 

Fast einer Zauberei gleich, findet er bei einer seiner vielen Radtouren auf Hawaii überraschend und unbegreiflich dasselbe Cafe wie bereits zehn Jahre zuvor, jedoch an einem völlig anderen Ort gelegen.

Freudig stellt er fest, dass auch Mike, der Besitzer und seine Frau Casey sowie ihre entzückende Tochter Emma ebenso hier sind. Sie tauschen lebhaft Erinnerungen an Johns ersten Cafebesuch aus.

 

Unvermutet taucht eine übermäßig gestylte Dame namens Jessica in ihrem weißen Auto vor dem Cafe auf - gestresst, ruhelos und unentschlossen. Parallelen zu Johns Leben vor zehn Jahren sind deutlich zu erkennen, nur dass dieses Mal John in den begleitenden und führenden Part für Jessica schlüpft.

 

Hier beginnt die Kernhandlung: Die vielen tiefgreifenden Fragen, die sich aus unzähligen Dialogen zwischen den fünf Personen entwickeln oder die direkt in den Raum gestellt werden zielen darauf ab, Jessica ihren persönlichen, selbstbestimmten Pfad aufzuzeigen. Sie soll sich und ihrer inneren Stimme Vertrauen schenken können und letztendlich ein Mehr an Lebensqualität für sich dadurch erreichen.

Dabei kommt auch Emma als unbeschwertes, selbstbewusstes Kind, voller Optimismus und Tatendrang eine ganz bedeutende Rolle zu.

 

Unwillkürlich drängen sich dem Leser ähnliche Fragen auf, eine Auseinandersetzung mit den angeschnittenen Themen ist unumgänglich. Eine Identifikation mit Jessicas Situation scheint stattzufinden. Gemeinsamkeiten mit ihrem Leben lassen sich entdecken.

 

Parallel dazu erlebt man einen unbeschwerten, heiteren und erlebnisreichen Tag auf Hawaii mit den Protagonisten, der durchaus Lust auf Urlaub macht.

Aufbau und Methodik ähneln dem Cafe am Rande der Welt fast zu einhundert Prozent. Der Großdruck erleichtert das Lesen. Illustrationen - teils ganzseitig - lockern das Buch etwas auf.

 

Die aufgeworfenen Fragen, sehr philosophisch und mit Tiefgang behaftet, regen zum Nachdenken an, lassen den Leser die eigene Vergangenheit rekapitulieren. Es sind die kleinen alltäglichen Dinge, die den Menschen unbemerkt lenken und beeinflussen. Wir müssen uns das bewusst vor Augen führen.

 

Trotz des wertvollen, inhaltlichen Gedankenguts ist diese Lektüre eine echte Herausforderung. Langatmige Dialoge fordern Durchhaltevermögen und sind nur ein müder Aufguss des ersten Bandes, einem Bestseller.

Das Lesen entpuppt sich als anstrengend, was wiederum die Konzentration zur Aufnahme des niedergeschriebenen Gedankenguts sehr erschwert.

 

Wer also den gleichen, nachhaltigen Lesegenuss von Band eins oder auf seinen anderen Bestseller The Big Five for Life erwartet, wird herb enttäuscht werden. Großdruck und Thema mit Tiefgang reichen einfach nicht für ein gelungenes Leseerlebnis aus.

 

Fazit: Schade, denn dieses Thema hat trotz der Aktualität und Wichtigkeit durch diese Aufbereitung in meinen Augen verloren! Ich sehe darin den kläglich gescheiterten Versuch einen zweiten Bestseller zu landen.

 

Elisabeth Gonsch

2/3 Sterne
2/3 von 5

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© 2015 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth