John Strelecky: The Big Five for Life

John Strelecky

The Big Five for Life

Was wirklich zählt im Leben

Ein vielversprechender Titel verleitete mich zur Lektüre dieses Taschenbuchs und jetzt mit mehreren Wochen Abstand muss ich gestehen, dass mich die Geschichte von Thomas und dessen Vermächtnis an Joe immer noch nicht los lässt. Flüssiger Schreibstil sowie klare und verständliche Wortwahl ermöglichen ungetrübten Lesegenuss. Lediglich lange Dialoge fordern etwas Geduld vom Leser. Genau genommen setzt sich das Buch aus drei Säulen zusammen: Freundschaft, Ideologie und Sterben. Joe übernimmt dabei den Part des Ich-Erzählers; er ist der beste Freund von Thomas Derale. Das Buch ist die Geschichte eines Vermächtnisses von Thomas, welches an Joe weiter gegeben wurde.

 

Joes Gedanken kommen in Bewegung, als er im Urlaub von Maggy, der Ehefrau seines Freundes, über Thomas´ unheilbare Krankheit informiert wird. Sofort tritt Joe die Rückreise an und lernt dabei im Flieger Sonja kennen. Es entwickelt sich ein Dialog über Thomas. Joe schweift immer wieder gedanklich zurück und lässt Erinnerungen an Thomas aufleben ihr Stück für Stück dessen Ideologie näher zu bringen. Es dreht sich um den „Zweck der Existenz“ kurz ZdE und die persönlichen Big Five for Live jedes einzelnen, welche durch praktische Umsetzung vom Chef bis hin zum kleinsten Angestellten der Karriereleiter als funktionierender Motor einer expandierenden Firma fungieren.

 

Dabei könnte der Leser problemlos Sonjas Rolle übernehmen, sich mit ihr identifizieren und in die Lebens- und Führungsphilosophie von Thomas Derale eintauchen.

 

Im zweiten großen Abschnitt eilt Joe nach der Landung ins Krankenhaus zu seinem todkranken Freund und dessen Frau. Eine sehr belastende Zeit beginnt für die drei. Lähmende Trauer und Fassungslosigkeit erfasst sie. Der Leser leidet mit ihnen, kämpft mit der Situation. Doch Thomas thematisiert offen seinen Sterbeweg und nicht die ihm verbleibende, doch stetig schwindende Lebensenergie um sein Gedankengut weiter zu geben, wichtige Dinge zu regeln und Weichen für die Zukunft zu stellen. Ein absoluter Höhepunkt auf Thomas´ Abschiedsweg ist eine mehrstündige Fernsehaufzeichnung zum Thema Führungsprinzipien im 21. Jahrhundert. In einem Interview beschreibt er eindeutig und verständlich seine Ideologie.

 

Die Popularität Thomas´ zeigt sich vor allem bei der Eröffnung des „Museums seines Lebens“ in seinem Firmenhauptsitz – eine Überraschung für den todkranken Chef und der Beweis für den Erfolg seiner Ideologie.

 

Voller Gefühl endet mit dem Epilog die Geschichte. Thomas Derales Tipps zum Mitnehmen, eine Tabelle zur Einschätzung der Produktivität und Gedanken zur aufsteigenden Lebenskurve bilden den Abschluss der fesselnden Geschichte.

 

Fazit: Ob man das Gedankengut für Traumtänzerei oder für ein mutiges Vorhaben hält sei dahin gestellt. Es ist von der Idee her eine verlockende Alternative zu den bisher gängigen Führungsstilen in den Chefetagen der Gegenwart und verdient gelesen, überdacht und vielleicht sogar umgesetzt zu werden.

 

Elisabeth Gonsch

5 Sterne
5 von 5

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© 2012 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth