Notwist

Neon Golden

(2002)

Weilheim hat sich in den letzten Jahren zur heimlichen Hauptstadt des deutschen Elektropop gemausert. Vor allem die Bands Console und Notwist haben daran grossen Anteil. Letztere haben mit "Neon Golden" wieder voll ins Schwarze getroffen.


Gegenüber dem Vorgänger Shrink von 1998 fällt auf, dass die Band Elektronik gezielter einsetzt und die Songs daher nicht mehr so überladen wirken, wie noch teilweise beim Vorgänger. Die Sounds sind jetzt mehr Beiwerk, Verzierung ... am Anfang, um die Refrains herum ... Die Songs haben mehr Luft, was ihnen hörbar gut tut. Dazu kommt, dass die Musiker auch wieder auf natürliche Klänge setzen - auch wenn es beileibe nicht immer echte Instrumente sind.


Die Liste der eingesetzten Instrumente ist zwar auch hier etwas kürzer geraten, aber dafür auch etwas exotisch (Cello und verschiedene Saxophone sind noch die bekanntesten). Die Achert-Brüder und ihre Mitstreiter haben wieder ganze Arbeit geleistet und einen Popsound geschaffen, der zwischen Elektronik- und Jazz-Pop hin- und herpendelt - je nachdem ob die Elektronik oder die "echten" Instrumente im jeweiligen Song "den Ton angeben". Manchmal gelang sogar das Kunststück, beide Stilistiken in einen Song zu packen.


Fazit: Eine Pop-Scheibe, wie man sie sich wünscht: Schöne Melodien mit Ohrwurmcharakter gut produziert und mit Niveau. Klasse!


Wolfgang Daschner

4/5 Sterne
4/5 von 5

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© 2003 Wolfgang Daschner, Harald Kloth