Colony

2016 - 2018

3 Staffeln, 36 Folgen

1512 Minuten

 

Los Angeles in einer nahen Zukunft. Eine von außerirdischen Invasoren errichtete, riesige Mauer riegelt die Millionenstadt ab. Innerhalb der Barriere werden die Menschen von Soldaten und Drohnen ständig überwacht. Medikamente und Nahrungsmittel sind rationiert, private Fahrzeuge und Luxusartikel sind nur mehr einer Elite vorbehalten, die mit der Besatzung kollaborieren.

 

Inmitten dieses Alptraums kämpft Familie Bowman ums Überleben. Vater Will (Josh Holloway, bekannt aus Lost) arbeitet als Ex-Bundesagent mit den Besatzern zusammen. So hofft er, seinen verschwundenen Sohn Charlie wiederzufinden. Mutter Katie (Sarah Wayne Callies, bekannt aus The Walking Dead) kämpft im Widerstand zusammen mit dem ehemaligen Soldat Broussard (Tory Kittles, aus True Detective), verheimlicht dies aber vor ihrem Mann. Teenager-Sohn Bram (Alex Neustaedter) versucht die Mauer auf eigene Faust durch einen Tunnel zu überwinden, wird schließlich gefangengenommen und in ein Arbeitslager gesteckt.

 

Diese dramatische Science-Fiction-Serie der Showrunner Ryan J. Condal (House of the Dragon) und Carlton Cuse (Lost, Jack Ryan) macht sehr vieles richtig. Außerirdische oder deren überlegene Technologie wird - bis auf die omnipräsenten Drohnen - nur selten und fragmentarisch gezeigt. Erst sehr spät und wenig sieht man weitere Technologie wie Raumschiffe oder "Kampfläufer". Stattdessen sehen die Zuschauer (in den ersten zwei Serienstaffeln) eine menschliche Stadtgesellschaft im Niedergang. Die Menschen kollaborieren aus Furcht oder Versprechungen, ohne aber die wahre Ziele der Invasoren zu kennen.

 

Familie Bowman bildet die vielen Facetten dieser Besatzungsthematik perfekt ab: Kollaboration, Indoktrinierung, Verrat, Mord, Internierungslager oder Traumata. Interessanterweise würde diese packende Fernsehserie wohl ebenso ohne SciFi-Elemente funktionieren.

Die erfahrenen Hauptdarsteller Wayne Callies und Holloway sind glaubwürdig und stellen die Charaktere intensiv dar. Vor allem Mutter Katie wird zunehmend ambivalenter und als extrem widerstandsfähige Frau portraitiert. Die frühere Prison Break-Darstellerin darf hier eine äußerst starke Frau mimen, die stärkste Rolle dieser Serie.

Erst in der dritten und letzten Staffel wird L. A. als Handlungsort verlassen. Es geht zuerst in ein Widerstandslager in der Wäldern und dann in die "Vorzeigekolonie" Seattle, die natürlich ebenso ihre Geheimnisse birgt. Zudem ist ein großer Verlust zu bewältigen.

 

Im Science-Fiction-Genre gehört die Serie Colony zu den besseren Werken mit Thema Invasion. Im Gegensatz zu Das Ding aus einer anderen Welt (1951 und 1982) oder Die Dämonischen (1956) und Die Körperfresser kommen (1978) steht aber hier keine schleichende oder geheime Verwandlung der Menschen an. Stattdessen agieren die Invasoren brutal, öffentlich und mit Hilfe der Menschen. Ähnlich wie in V: Die außerirdischen Besucher kommen (1983) oder Falling Skies (2011-.2015) muß sich die Zivilgesellschaft anpassen oder kämpfen. Wem das zuviel Politik und zu wenig Action ist, kann auch zum militaristischen World Invasion: Battle Los Angeles (2011) oder dem Zeitreisekracher Edge of Tomorrow (2014) greifen. Auch hier überfallen böse Aliens die Erde, wobei letzgenannter mit Tom Cruise und Emily Blunt in den Hauptrollen einen überaus netten Twist bietet.

 

Die drei Staffeln der TV-Serie sind sowohl als DVD, wie auch auf Blu-ray bei Pandastorm Pictures erschienen. Jeweils auch als Gesamtboxen mit 11 Discs und über 25 Stunden Spielzeit, diese sind aber nur noch schwer erhältlich.

 

Fazit: Eine Familie zwischen Kollaboration und Widerstand. Für Thriller- und Spionage-Fans ein packendes Fest in drei Akten. Science-Fiction-Fans werden die unheilvolle Stimmung und Elemente rund um die Invasoren lieben.

 

Harald Kloth

4/5 Sterne
4/5 von 5

 © 2023 Harald Kloth

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