Sven Koch: Kalte Sonne

Thriller

 

München ; Knaur ; 2018 ; 349 Seiten ; ISBN: 978-3-426-52154-0

Maja Lundgren wohnt zusammen mit ihrer sechsjährigen Tochter Emma im eigenen Haus am Strand. Ihr Ehemann Erik starb kurz vor dem Bekanntwerden der Schwan gerschaft. Man fand in tot am Strand und alles deutete auf einen Suizid hin. Eines Tages sieht Emma im Fernsehen einen Bericht, bei dem eine Person durchs Bild läuft, die aussieht wie ihr toter Papa, den sie nur von Bildern kennt. Maja schenkt dem zunächst keine Bedeutung, aber als auch die Kindergärtnerin sie anspricht, sucht sie selbst nach dem Fernsehbeitrag und ist verblüfft, was sie sieht. Sie nimmt wieder Kontakt zum damals ermittelnden Polizeibeamten auf, der mittlerweile in Pension ist und als Hobbyornithologe viel unterwegs ist.

Er rät ihr, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Zeitgleich ist der Anwalt Aksel Olsen in Kopenhagen mit Arbeit gut eingedeckt, aber das Verhalten eines seiner Mandanten bereitet im zusehends Kopfzerbrechen. Vor mehr als sechs Jahren hat er sich auf etwas eingelassen, was durchaus das Potenzial hat, die Grundfesten des Staates ins Wanken zu bringen.

Maja Lundgren entscheidet sich schließlich nach dem Unbekannten im Fernsehen zu suchen. Was sie dabei nicht bedacht hat ist die Tatsache, dass ihr Entschluss letztlich ein Stich ins Wespennest ist. Nach und nach merkt sie, dass es manchmal besser wäre die Büchse der Pandora nicht zu öffnen.

Sven Koch legt einen sehr tollen Psychothriller vor, der alles hat, was sich der Leser in diesem Genre wünscht. Nach und nach entwickelt sich der Plot und die einzelnen Verstrickungen treten ans Licht. Was mit einem unscheinbaren Fernsehbericht beginnt, entspinnt sich bald als rasante Verfolgungsjagd.

Auch baut der Autor das Naturschauspiel Schwarze Sonne (Sort sol) , das sich in Dänemark immer im Frühjahr und Herbst zeigt, sehr geschickt in die Handlung ein.

Fazit: Ein äußerst vielversprechendes Thriller-Debüt - sehr zu empfehlen.

 

Matthias Wagner

4/5 Sterne
4/5 von 5

 

Im Thriller „Kalte Sonne“ hat Maja Lundgrens Ehemann Erik vor einigen Jahren Suizid begangen. Doch dann erkennt Majas kleine Tochter Emma ihren Vater im Fernsehen. Ist ihr Ehemann vielleicht doch noch am Leben? Maja ist mit der Situation überfordert. Soll sie sich auf die Suche nach dem Mann machen, der im TV-Beitrag zufällig durchs Bild huschte, oder soll sie die Vergangenheit besser ruhen lassen?

 

Wie hängen die Nebenhandlungen um einen islamistischen Terroranschlag, einen Staranwalt und einen seltsamen Hobbyornithologen, der in Majas Nachbarschaft wohnt und sie und die Tochter beobachtet mit diesem Fall zusammen?
Diese Rätsel lösen sich erst auf den letzten hundert Seiten, wo es dann auch zum einem finalen Showdown kommt. Spannung kommt leider auch erst dann auf, so dass dieses Buch kein wirklicher Thriller ist, sondern eher ein Familiendrama.
Das Buch spielt in Dänemark, zur Zeit der Sort Sol, einem Naturschauspiel der Starenschwärme. Die Landschaft und die Protagonistin Maja und ihre Sorgen werden gut beschrieben.

 

Der Schreibstil von Sven Koch ist flüssig und lässt sich leicht und schnell lesen. Die Wechsel der Schauplätze, einige Rückblenden und die relativ kurzen Kapitel machen dieses Buch zu einer guten Lektüre für Zwischendurch. Die Auflösung wirkt jedoch zu inszeniert.

 

Fazit: Kein echter Thriller, aber ein leichte und unblutige Kost für Zwischendurch.

3 Sterne
3 von 5

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© 2018 Matthias Wagner, Harald Kloth