Carols Ruiz Zafrón: Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafrón

Das Labyrinth der Lichter

Roman

Frankfurt am Main ; S. Fischer ; 2017 ; 944 Seiten ; ISBN 978-3-10-002283-7

1959 - Spanien in der Zeit des Franco-Regimes. Es herrscht ein Klima von Angst, Verrat und Unsicherheit.

Die junge erfolgreiche Alicia Gris wird damit beauftragt, im Fall des vor kurzem spurlos verschwundenen Ministers Mauricio Valls zu ermitteln. Dieser Auftrag, der angeblich ihr letzter sein soll, führt Alicia von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Der etwa doppelt so alte Vargas soll sie bei ihrer Arbeit unterstützen.

Schnell wird deutlich, dass Minister Valls Verschwinden mit seiner Zeit als Gefängnisdirektor der berüchtigten Anstalt Montjuïc zusammenhängen muss. Bei den Untersuchungen stoßen die beiden auf ein kleines Büchlein, das Teil einer Serie namens „Das Labyrinth der Lichter“ ist. Dieses Buch erinnert Alicia schmerzlich an ihre Vergangenheit und eine Kriegswunde, die ihr immer wieder höllische Schmerzen bereitet. Zudem führt die beiden dieses Buch zur Buchhandlung Sempere & Söhne, die Zafón-Lesern ja bereits bestens bekannt sein dürfte. Hier scheinen alle Fäden zusammenzulaufen und auch der „Friedhof der Vergessenen Bücher“ wird zum Schauplatz der Ermittlungen. Alicia selbst gerät in Gefahr, Opfer einer bösen Intrige zu werden.

Am Ende wird deutlich, dass es sich bei den ganzen Vorfällen letztlich von Beginn an nur um eine Sache gedreht hat – die Gier nach Macht und Kontrolle über andere Menschen.

In seinem Roman „Das Labyrinth der Lichter“ nimmt Carlos Ruiz Zafón seine Leser wieder mit auf eine Reise ins Herz Barcelonas. Tiefe menschliche Abgründe sowie mysteriöse Ereignisse verwebt er wieder zu einer spannenden Geschichte. Im Fokus stehen dieses Mal allerdings die finsteren Machenschaften in der Politik und beim Geheimdienst.

Der Roman ist auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus den früheren Romanen. Zafóns Erzählstil muss man allerdings mögen – das weitschweifige, detailreiche Erzählen mag manchen etwas langatmig und zäh vorkommen. Für treue Leser Zafóns ist dieses Buch aber wieder ein echter Gewinn und bietet auf über 900 Seiten Lesevergnügen pur.

Fazit: Eine typische Zafón-Schauergeschichte - absolut lesenswert!

Sonja Kraus

4 Sterne
4 von 5

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© 2017 Sonja Kraus, Harald Kloth