Stille vor dem Tod

Cody McFadyen

Die Stille vor dem Tod

Thriller

Köln ; Bastei Lübbe ; 2016 ; 480 Seiten ; ISBN 978-3-7857-2566-5

 

Das Warten auf den sechsten Band um die Profilerin Smoky Barrett hat endlich ein Ende: Nachdem sich der Erscheinungstermin für Cody McFadyens neuen Thriller mehrmals verschoben hatte, wurde das Buch im Herbst 2016 endlich veröffentlicht. Groß war meine Vorfreude und ich war gespannt,  wie es mit Smoky weitergeht.

 

Smoky und ihr Team werden im ersten Teil des Buchs zu einem brutalen Mord an drei Familien in derselben Straße in Denver gerufen. Doch das Unheil ist weit größer als es zunächst scheint. „Komm und lerne“, lautet die Botschaft des Täters an Smoky. Die sympathische Profilerin und auch ihr Team gelangen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

 

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Die ersten 150 Seiten des Buches sind wie gewohnt sehr spannend, die Ereignisse überschlagen sich und es herrscht völliges Chaos. Wie auch die vergangenen Bände ist dieser Thriller nichts für zartbesaitete Gemüter, da Gewaltszenen und Abartigkeiten von Psychopathen sehr detailliert beschrieben werden.

 

Allerdings lässt sich das Buch zur Mitte hin schwer lesen und hat sehr viele Längen. Smoky kämpft mit ihren Problemen und ihrer Vergangenheit, aber dies wird zu ausführlich und über viele Kapitel hinweg dargestellt. Auch die Jagd nach dem, was hinter den schauerlichen Morden und Anschlägen steckt, wirkt sehr undurchsichtig und es gibt keinen wirklichen roten Faden, was das Buch sehr wirr erscheinen lässt.

 

Die Auflösung ist zwar wieder interessant, aber kann die verworrene Handlung auf den meisten der insgesamt fast 500 Seiten nicht mehr retten.
Leider kann dieser Thriller deshalb nicht an seine grandiosen Vorgänger anknüpfen. Vermutlich musste Cody McFadyen den Schreibprozess mehrmals für längere Zeit unterbrechen und wieder neu beginnen, was sich stark auf den Lesefluss auswirkt.

 

Fazit: Leider ist dieser Band um Smoky eine Enttäuschung! Für Thriller-Fans, die noch nichts über Smoky Barrett gelesen haben, ist es empfehlenswert zu einem der anderen Bände zu greifen. Es bleibt die Hoffnung, dass Cody McFadyen im nächsten Band wieder zu seinem Stil aus den ersten fünf Bänden zurückfindet.

 

Katrin Hildenbrand

3/4 Sterne
3/4 von 5

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© 2016 Katrin Hildenbrand, Harald Kloth