Food, Inc. - Was essen wir wirklich? (2008)

Food, Inc. - Was essen wir wirklich?

(2008)

Am Beispiel der USA werden die Veränderungen in der Nahrungsmittelproduktion aufgrund industrieller Bedürfnisse dargestellt. Die Dokumentation zeigt die negativen Auswirkungen dieser standardisierten Herstellung von Lebensmittel und Tierfutter auf Mensch und Tier. Als Folgen werden insbesondere Krankheiten, finanzielle Abhängigkeiten der Landwirte und Manipulationen der Verbraucher genannt.

 

Der äußerst interessante, 94minütige Dokumentarfilm zeigt unter anderem anhand der massiven Subventionierung von Mais die Folgen auf. Rinder fressen kein Gras mehr, sondern Tierfutter aus Mais. Maisprodukte findet sich demnach nicht nur dort, sondern auch in vielen Lebensmitteln und Getränken (in denen man dies übrigens gar nicht vermuten würde). Die Forderung von Fastfood-Ketten - als größter Abnehmer von Fleisch, Kartoffeln, Salat und Äpfeln - nach billigen Produkten, führt im Endeffekt zu riesigen Hühnerfarmen ohne Tageslicht und Fleischfabriken, in denen nicht Tiere aufgezogen, sondern nur noch Waren produziert werden. Zudem stellt dieser Film einen Zusammenhang zwischen den Umgang mit Tieren und den Umgang mit Beschäftigten her - eine moralische Frage nach der Achtung vor Leben generell und der Menschlichkeit im Besonderen.

 

Verständliche Kennzeichnungen über Herkunft und Inhaltsstoffe im Supermarkt sind nicht gegeben, da von der Industrie nicht gewollt. Wichtige Schlüsselpositionen in überwachenden Ministerien sind personell fragwürdig besetzt. Ungesunde Nahrungsmittel sind durch die Subventionierung des Staates weitaus billiger als gesunde. Daraus folgt ein direkter Zusammenhang mit typischen Krankheiten wie Fettleibigkeit oder Diabetes in sozial schwächeren Familien. Diese Folgekosten fließen aber in die vermeintlich billigeren Lebensmittel gar nicht mit ein.

 

In regelmäßigen Abständen erschüttern Lebens- und Futtermittelskandale das Vertrauen der Verbraucher (z. B. Dioxin-Skandal 2010, BSE-Skandal 2000, Glykol-Skandal 1985). Diese Doku ist verständlich und absolut kurzweilig. Vor allem durch die Interviews, aber auch durch die kleinen Tricksequenzen und die schockierenden, teils mit versteckter Kamera aufgenommen Bilder werden Abhängigkeiten und Mechanismen unserer hochindustrialisierten Nahrungsmittelproduktion deutlich. Durch eine offenbar fatale US-Gesetzgebung rangiert der Verbraucherschutz (dort) erst nach den monetären Wünschen von Industrie und Lobbyisten. Die Folgen tragen alle Bürger.

 

Fazit: Ein wichtiger und mutiger Film, der ein pervertiertes System vorführt, dass sich jeglicher moralischer Verantwortung entzieht!

 

Harald Kloth

5 Sterne
5 von 5

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© 2014 Harald Kloth

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