Dagmar Isabell Schmidbauer zu Gast in der Stadtbücherei Pocking

Aus dem Alltag einer Schriftstellerin

Lesung am 23. Februar 2013

 

Am vergangenen Samstag war die Neureichenauer Schriftstellerin Dagmar Isabell Schmidbauer zu Gast in der Stadtbücherei Pocking, um ihren neuen Krimi Der Tote vom Oberhaus vorzustellen und um aus dem Alltag einer Schriftstellerin zu plaudern.

 

Nach der Begrüßung durch die Büchereileiterin Angelika Dohna, bedankte sich Dagmar Schmidbauer ihrerseits sehr herzlich für die Einladung und begann, den versammelten Bücherfreunden aus dem Inhalt ihrer Passau-Krimi-Reihe zu erzählen. Nach dem Vortragen einiger ausgewählter Stellen aus ihrem aktuellen Krimi, der unter anderem im Fürstenkeller der Veste Oberhaus spielt, schilderte sie amüsant, wie man sich das Leben einer Romanfigur vorstellen darf.

 

„Romanfiguren sind eine wunderbare Erfindung!“, berichtete Dagmar Schmidbauer, „als Autorin kann ich ihnen alles anhängen, sie alles tragen, machen und sagen lassen und wenn ich sage: spring, denn springen sie!“ Doch dann gestand sie, dass gut angelegte Figuren manchmal auch ein Eigenleben entwickeln und letztlich bei ihren eigenen Szenen mitschreiben. „Als mir das zum ersten Mal passiert ist, dachte ich noch, ich spinne. Aber inzwischen weiß ich von vielen Kolleginnen, dass es denen genauso geht“, so die Autorin weiter.

 

Angeregt durch derartige Geständnisse und einiger weiterer Anekdoten, fragten nun die Zuhörer, was immer sie über das Schreiben von Krimis bzw. von und über die Autorin wissen wollten. Dabei zeigte sich sehr schnell, wie belesen und vorgebildet die meist weiblichen Zuhörer waren.

Die Autorin ganz konzentriert
Die Autorin ganz konzentriert

Eine ganz besondere Krimifigur stellte Dagmar Isabell Schmidbauer schließlich gemeinsam mit Wolfgang Gonsch vor. Er verkörpere an diesem Abend den Franz Matussek, der den Lesern ihres Oberhaus-Krimis bereits bekannt, in dieser Form aber sicher noch nie untergekommen sei. Als Premiere lasen die beiden dann eine Zeugenvernehmungsszene, die Wolfgang Gonsch in ein tiefes Österreichisch übersetzt bzw. übertragen hatte. „Die Szene stammt von mir, aber diesen Text könnte ich noch nicht einmal aussprechen“, gestand Dagmar Schmidbauer, bevor sie gemeinsam den mitreißenden, fast kabarettistischen deutsch-österreichischen Schlagabtausch vortrugen.

Die Autorin beim Lesen mit „Franz Matussek“
Die Autorin beim Lesen mit „Franz Matussek“

(Auszug aus dem Text) „De hab´ns scho saudrawig g´hobt, de zwaa. Er hod jo kaum die Deck´n ausbraal´n kinna, da hod sie earm jo scho ganz ausschamt ausgriffen! Und do is er dann a schon ganz Bäilli über sie hergfoiln und - wos soll i sog´n - es hod ihra gfoilln, so zwischen Gatsch und Deck´n, wia er ihra dann …!“ „Waren die beiden ein Paar?“, schnitt Hauptkommissar Schneidlinger ihm nüchtern das Wort ab.

Frau Dohna bedankt sich bei Dagmar Isabell Schmidbauer
Frau Dohna bedankt sich bei Dagmar Isabell Schmidbauer

Begeistert applaudierten die Besucher der Stadtbücherei. Die vielen ZuhörerInnen ließen es sich nicht nehmen, mit einem Glaserl Sekt auf die wirklich gelungene Veranstaltung anzustoßen und diesen schönen literarischen Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Wolfgang Gonsch, Dagmar Isabell Schmidbauer, Angelika Dohna
Wolfgang Gonsch, Dagmar Isabell Schmidbauer, Angelika Dohna

© 2013 Wolfgang Gonsch, Harald Kloth
alle Rechte bei den Autoren
© Fotos: Stadtbücherei Pocking mit freundlicher Genehmigung, Text: Dagmar Isabell Schmidbauer, Wolfgang Gonsch