Mein Wohnwagen und ich

Bruni Prasske

Mein Wohnwagen und ich

Vom großartigen Leben im kleinformatigen Heim

Camping als Rezept gegen Liebeskummer – kann das funktionieren? Bruni Prasske tritt den Beweis an. Nach einer gescheiterten Beziehung flüchtet die Autorin aufs Land. Als neue "Sommerresidenz" auf einem Campingplatz am Elbstrand erwirbt Bruni einen alten Wohnwagen und tauft ihn liebevoll Rex. Er stellt für jeden erfahrenen Camper den absoluten Albtraum dar: Uralt, vergammelt, stinkig.


Nur Anfänger würden sich auf so ein Abenteuer einlassen. Bruni startet einen Putzmarathon, minimalisiert entschlossen das Innenleben von Rex auf das Wesentliche und tauscht - als der Wohnwagen annähernd bewohnbar ist - Stadtluxus gegen Natur pur. Sie entwickelt ihren ganz persönlichen Campingstil und lernt – gezwungenermaßen - grundlegende technische Details im Umgang mit ihrem neuen Partner Rex kennen. Dabei stolpert sie über den unvermeidlichen Bergerkatalog, der zur neuen Freizeitlektüre und unentbehrlichen Begleiter mit vielen Anregungen und Tipps wird.

Erheiternd realistisch für erfahrene Campingfreaks charakterisiert Bruni gekonnt die verschiedensten Campertypen auf ihrem Platz. Vom Minimalisten bis hin zum peniblen Perfektionisten ist alles vertreten.


Der Leser erlebt zusammen mit der Autorin zwei wundervolle Campingsommer an der Elbe und teilt mit ihr den Zauber der ersten Nacht mit Rex, Lagerfeuerromantik und Treiben rund um die Elbe. Eine lecke Dachluke, kein fließendes Wasser sowie eine fehlende Toilette (zumindest bis Berger ein Porta Potti liefert) schmälern die Stimmung in keiner Weise.


Der Luxus der Einfachheit verteilt Werte neu, schenkt Freiheiten und fordert von Bruni ein hohes Maß an Disziplin, immer wieder ihrem Beruf als Autorin nachzugehen. Nicht dem Charme der Natur zu erliegen und den Laptop statt Hängematte oder Kanu zu wählen ist meist schwierig.

Freunde punkten mit Feuertonne, Dreibeingrill und kulinarischen Köstlichkeiten als Mitbringsel. Der Gemeinsamkeit tut das unperfekte, improvisierte Ambiente keinen Abbruch. Im Gegenteil, es gewinnt an Intensität.


Es wäre unfair die vielen liebevollen Details auszuplaudern, man sollte dieses Buch einfach lesen. Es versprüht Urlaubscharme und lässt mich als frühere Camperin schmunzelnd und zugleich wehmütig in Erinnerungen schwelgen.


Unter dem Titel Mit der Knutschkugel unterwegs erschien 2015 eine Fortsetzung.


Fazit: Eine absolut passende Urlaubslektüre, oder ein Appetithäppchen auf die nächste Urlaubsplanung - kurzweilig, gewaltlos und erholsam!


Elisabeth Gonsch

5 Sterne
5 von 5

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© 2012 Elisabeth Gonsch, Harald Kloth