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Christine Nöstlinger

Zwei Wochen im Mai


Der Jugendroman „Zwei Wochen im Mai“ von Christine Nöstlinger erzählt von einem kleinen Mädchen, daß ihre ersten Liebeserfahrungen im Wien der Nachkriegszeit macht. Liebevoll und sehr detailgetreu beschreibt Christine Nöstlinger das Leben der kleinen „Heldin“ inmitten einer Erwachsenenwelt. Wie so oft in Nöstlingers Büchern aber, hat die Hauptperson ihre eigene Welt, die mit der „normalen“ Welt nicht vergleichbar ist.

Ob Christine Nöstlinger manches in dieser oder ähnlicher Form so erlebt hat, ist schwer nachzuvollziehen. Die Kindheitserlebnisse wirken jedenfalls autobiographisch, teils fühlt man sich an die eigene Kindheit erinnert. Man fiebert mit der Hauptperson Christine mit, lernt ihre Freuden und Enttäuschungen kennen. Und immer wieder wendet sich Nöstlinger gegen die Sturheit und das Unverständnis der Erwachsenen. Oft wollen diese in ihren Kindern das verwirklicht sehen, was sie selbst nie erreicht konnten.

Trotzdem wirkt das Buch nie belehrend. In erster Linie ist der Roman erstklassige Unterhaltung mit wahren, echten Gefühlen, nicht nur für junge Menschen, sondern auch für Junggebliebene.

Gerade in der teils hemmungslosen Offenheit der Personen liegt die große Glaubwürdigkeit dieser Schriftstellerin und dieses Romans. Dabei schreckt sie auch nicht vor dramatischen Wendungen zurück, die die Handlung umwerfen und den Leser schier taumeln lassen.

Fazit: ein beeindruckender Jugendroman ab 12 Jahren.

Harald Kloth
Grafik 5 Sterne


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© 2002 Harald Kloth
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