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Nach dem Krieg von Al´Istaan (siehe The Red Star Band 1: Die Schlacht vor Kar Dathras Tor) und der aufkommenden Unabhängigkeitsbewegung in vielen Provinzen fordert auch die Provinz Nokgorka dieses Recht. Doch die „Gemeinschaft der Roten Staaten“ will diese Rebellion mit aller Härte niederschlagen. Der gewaltige Wolkenbrüter Konstantinov, mit seinem kommandierenden Offizier Urik Antares, soll die Schlacht in Nokgorkas Hauptstadt Bahamut gewinnen. Doch die Nokgorken kämpfen nicht nur mit Kindern, sondern mit allem Mut und der Entschlossenheit eines aufbegehrenden Volkes. Alexandra Goncharova führt eine gepanzerte Kolonne mitten in die Ruinen der zerstörten Stadt und in das Herz eines gnadenlosen Bürgerkriegs. Das Oberkommando opfert gnadenlos die eigenen Truppen für einen raschen Sieg. Als Goncharova vermisst wird, macht sich ihre Freundin und Kriegszauberin Maya Antares auf die Suche nach ihr - und trifft selbst auf die zu allem entschlossenen Partisanen.
Nokgorka ist ein utopischer Kriegscomic mit kritischer Ausssage gegenüber Gewalt, Krieg und Unterdrückung. Deutlich wird dies zum Beispiel auf den eindrucksvollen Seiten 134/135. Dort wird ein verbranntes Liebespaar eng umschlungen durch die Kriegszauberin Maya „erlöst“ und zerfällt zu Staub. Ebenso wird mit der Kindersoldatin Makita das Thema Kinder im Krieg angesprochen. Durch den Verlust Ihres Freundes wird sie zur tragischen, Mitgefühl erweckenden Figur.
Wie Band 1 (Die Schlacht vor Kar Dathras Tor) sprengt auch Band 2 die gängigen Comic-Konventionen. Es gibt keine durchgängige Panelstruktur - was aber einen großen Reiz dieser Reihe ausmacht. Synchron ablaufende großflächige Panels wechseln sich mit kleineren ab. Einzelne Zeichnungen überlagern andere Panels oder laufen ineinander. Ganzseitige Nahaufnahmen stellen besonders intensive Ereignisse eindrucksvoll dar. Das alles erfordert vom Leser durchaus einen gewissen Grad an Beteiligung und Comic-Erfahrung.
Text und Bilder stellen in diesem Comic eine gleichwertige Symbiose dar. Panels ohne Text sind sehr selten, oft finden sich zu den Sprechblasen noch Texte, die nicht im selben Zeitrahmen angesiedelt sind. Ohne die erklärenden Texte wäre die komplexe Allegorie auf die kriegerische Geschichte der Supermächte (Sowjetunion, Russland, USA) nur schwer zu verstehen.
Das Team um die Computerkünstler von Komputer Graphiks Bureau (KGB) beweist, daß der Einsatz computeranimierte 3D-Technik (vor allem für die Hintergründe) eine Bereicherung für das Genre bedeuten kann. Ob gewaltige Schlachten, detailliert ausgearbeitete Waffen oder die endlosen Ruinen von Bahamut: atmosphärisch und farblich ist dieser 214seitige Comicband ein herausragendes Beispiel seiner Kunstform. Dabei nimmt Autor Christian Gossett unverhohlen die totalitäre Propagandasprache kommunistischer Plakate zum Vorbild um deren Wirkung zu nutzen.
Fazit: The Red Star: Nokgorka ist ein echtes Comic-Highlight 2007. Ein Blick lohnt sich für Science Fiction-Fans ebenso wie für Liebhaber von Graphic Novels.
© 2007 Harald Kloth
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