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Jean-Jacques Sempé / René Goscinny

Der kleine Nick

Dieser bereits im Jahre 1960 in französisch erschienene und 1974 ins deutsche übersetzte Band ist kein alltägliches Kinderbuch. Schon das Autoren- beziehungsweise Karikaturistenteam verspricht nicht nur für junge Leser höchsten Genuss.

René Goscinny, Vater von "Asterix und Obelix" wie auch Sempé, unter anderem bekannt durch die Illustrationen in Patrick Süskinds "Die Geschichte von Herrn Sommer" sind schon für sich alleine Garanten guter Unterhaltung. Die in diesem Werk zusammengefassten Episoden und Anekdoten einer unbeschwerten Kindheit voller Streiche bauen aufeinander auf, sind aber in sich schlüssig.

Wer die "Lausbubengeschichten" von Ludwig Thoma kennt oder sich vergnügliche Stunden mit Erich Kästnerīs "Fliegendem Klassenzimmer" gegönnt hat kommt am Kleinen Nick nicht vorbei.

Der heutzutage eher ungebräuchliche Satzbau, nicht enden wollende Kettensätze in etwas übertrieben wirkender Wortwahl sowie die für ein Kinderbuch manchmal etwas unpassenden "flapsigen" Bemerkungen behindern zumindest in den ersten Kapiteln den Lesefluss.

Alles in allem stellt dieses Buch jedoch eine liebevolle Hommage an die Kindheit dar; die beiden Autoren verstehen es wunderbar den Leser in seine eigene facettenreiche Vergangenheit zu entführen und ihm immer wieder einen Schmunzler zu entlocken.

Fazit: ein liebevolles Kinderbuch für Erwachsene und alle Nickīs dieser Welt: Lesespaß pur.

Wolfgang Gonsch
4 ****


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© 2003 Wolfgang Gonsch, Harald Kloth
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