Reinhard Habeck

Bilder, die es nicht geben dürfte

Mysteriöse Fotos und Gemälde aus aller Welt

Der Wiener Reinhard Habeck (* 1962) war schon 2008 auf der Spur mysteriöser Museumsstücke aus aller Welt in seinem Buch Dinge, die es nicht geben dürfte. In vielen Werken wie Wundersame Plätze in Österreich (2007), Geheimnisvolles Österreich (2006) oder Kreaturen der Nacht (2006) beschäftigte sich der Autor bisher mit grenzwissenschaftlichen Themen.

In diesem 207seitigem Sachbuch geht der Autor nun auf die Suche nach Bildern. Diese eint ein Merkmal: Es sind Abbildungen, die dort - von unserem Wissensstand aus gesehen - nicht sein sollten. Das zweiseitige Vorwort schrieb Andreas Eschbach. Das passt sehr gut, war doch sein Werk Das Jesus-Video (2000) ein Riesenerfolg. In Eschbachs Erfolgsroman (der auch fürs Fernsehen verfilmt wurde) ging es um den Fund einer modernen Bedienungsanleitung in einem 2.000 Jahre alten Grab.
Viele der von Habeck vorgestellen Bilder können besichtigt werden, so kann sich der geneigte Leser selbst ein "Bild" machen. In einer kurzen Einführung, die jedem Kapitel voransteht gibt Habeck dazu recht gute Infos.

Im ersten Kapitel "Bilderrätsel der Vorzeit: Eiszeit-Karikaturen, utopische Höhlenkunst und die prähistorische Galerie der Sternengötter" geht es um die ersten Kunstwerke der Menschheit. Habeck beschreibt, dass viele dieser archäologischen Funde ungenau datiert sind. Während die Wissenschaft den Kunstwerken ein Alter von rund 36.000 Jahren zuspricht, soll es Spuren menschlichen Wirkens bereits vor 500.000 Jahren gegeben haben. Das widerspräche natürlich der allgemein anerkannten Evolutionstheorie!

Im zweiten Kapitel "Nicht von Menschenhand gemacht: Heilige Tücher, Lukas-Bilder und das Passfoto Christi" wird die Frage nach der Echtheit von Ikonen und Reliquien gestellt. Beispielsweise die Lukas-Bilder, das Schweißtuch der Veronika und - natürlich - das Grabtuch von Turin. Spannend wie ein Krimi führt Habeck dabei durch Analysen, Untersuchungen und Kontroversen.

Das dritte Kapitel "Visitenkarten der Himmelskönigin: Marias Wunderikonen, die Tilma von Guadalupe und drei Jungfrauen im Glas" beschäftigt sich mit der Jungfrau Maria. Eine in Mexiko-Stadt befindliche Reliquie (die Tilma von Guadalupe) gilt als angeblicher Beweis für die Existenz dieser symbolhaften Figur der Christenheit. Auch werden Phänomene rund um Erscheinungen und Wunder der Jungfrau Maria aufgezeigt.

Das vierte Kapitel "Artus und das Geheimnis von San Galgano: Stammt die Sage vom mystischen Schwert Excalibur aus der Toskana?" hat die Artussaga zum Thema. Der Autor stellt Gemeinsamkeiten der Artussaga zur Legende des Ritters Galgano in Italien her. Liegen der Ursprüge der weltbekannten Sage etwa gar nicht auf der britannischen Insel - sondern in Mittelitalien?

Kapitel fünf "Die UFO-Madonna von Florenz: Unbekannte Flugvehikel auf alten Kunstwerken" spürt merkwürdigen Objekten auf Gemälden und Fresken der Renaissance-Zeit nach. Habeck stellt die Deutungsversuche von UFO-Forschern den Erklärungen von Skeptikern (Fantasie der Künstler, Himmelserscheinungen, Symboliken) gegenüber.

Im sechsten und letzten Kapitel fragt der Autor "Ist da draußen jemand?: Alien-Fieber, Apollo-Verschwörung und die Rätsel des Roten Planeten". Von UFO-Erscheinungen, über merkwürdige Felsformationen auf Mond und Mars bishin zu Kornkreismustern reicht die Bandbreite von Habecks Ausführungen.

Schön und übersichtlich sind die, nach Kapiteln sortierten, Literaturhinweise mit Weblinks zum Schluß des Buches.

75 Abbildungen (mit einem Farbteil in der Mitte des Buches) machen aus dem Buch eine unterhaltsame Lektüre und Reise in eine mysteriöse Welt voller Geheimnisse. Habecks Recherchen in vielen Archiven und Galerien rund um die Welt erscheinen fundiert, mit seinen Schlußfolgerungen muß man nicht übereinstimmen, um dieses Buch spannend zu finden. Allein die Vorstellung, es könnte an dem ein oder anderen Kapitel doch einen wahren Kern geben, ist aufregend und macht es wert dieses Buch zu lesen. Seinen gesunden Menschenverstand und eine gehörige Portion Skepsis sollte sich aber jeder Leser bewahren.

Harald Kloth
4 ****


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© 2009 Harald Kloth
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