Der am längsten währende Krieg des 20. Jahrhunderts fand in Südostasien von 1964 bis 1975 statt. Die Grundlagen dieses vietnamesischen Freiheitskampfes wurden schon im Indochinakrieg Jahrzehnte zuvor gelegt. Mit der Schlacht von Dien Bien Phu 1954 hatten diese militärischen Auseinandersetzungen ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden, als die französische Kolonialarmee vernichtend geschlagen wurde.
Die Reihe von amerikanischen Vietnamfilmen ist lang, doch fast alle stellen US-Soldaten in den Mittelpunkt. Diese fünfteilige Dokumentation "Apokalypse Vietnam" versucht nun erstmals alle betroffenen Seiten zu beleuchten: so kommt der amerikanische General Westmoreland ebenso zu Wort wie der nordvietnamesische General Giap, amerikanische Veteranen (die oft bis heute noch nicht verstehen, warum sie den Krieg verloren haben) ebenso wie vietnamesische Zivilisten (die bis heute unter den furchtbaren Auswirkungen der chemischen Kriegsführung leiden).
Neben den bekannten Bildern (beispielsweise die schreienden Kinder nach einem Napalmangriff oder die Evakuierung der amerikanischen Botschaft) kommt erstmals auch vietnamesisches Archivmaterial zum Einsatz. Sie gewähren äußerst interessante Einblicke aus der Perspektive der damaligen Nordvietnamesen (zum Beispiel beim Bau des Ho-Chi-Minh-Pfades).
Die zwei DVDs unterteilen sich in fünf jeweils ca. 45minütige Kapitel:
Bonusmaterial über vietnamesische Kinder heute schließt diese großartige, ausgewogene Fernsehdokumentation ab, die zurecht 2001 für den Adolf-Grimme-Preis nominiert wurde.
Positiv hervorzuheben ist insbesondere die liebevolle Aufmachung der DVD (Pappschuber, sowie 11seitiges Booklet) und das schöne Menüdesign.
Harald Kloth
© 2005 Harald Kloth
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